Heidelberg kämpft mit Insolvenz des Partners und setzt auf Verpackungsdruck-Zukunft

Luisa Brandt
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Ein altes Schwarz-Weiß-Foto einer großen, metallenen Druckerpresse mit Seitengriff und einem großen oberen Rad, das auf einem Holzpaletten gegen eine einfarbige Wand gestellt ist.Luisa Brandt

Heidelberg kämpft mit Insolvenz des Partners und setzt auf Verpackungsdruck-Zukunft

Heidelberg Druckmaschinen steht vor neuen Herausforderungen, nachdem ihr langjähriger Partner Manroland Sheetfed Insolvenz angemeldet hat. Der Zusammenbruch folgt auf einen drastischen Einbruch des chinesischen Druckmaschinenmarkts, der weltweit Preiskämpfe und Produktionskürzungen ausgelöst hat. Trotz dieser Rückschläge bleibt Heidelberg auf seinem Expansionskurs in den Verpackungsdruck fokussiert – mit einer neuen Hochleistungsmaschine, die im kommenden Jahr auf den Markt kommen soll.

Die Probleme begannen mit dem Markteinbruch in China im Jahr 2023, als die Nachfrage nach Druckmaschinen zusammenbrach. Bis 2026 hatten staatliche Konjunkturprogramme zwar den inländischen Absatz um 15–20 % belebt, doch Überkapazitäten und Exportzölle entfachten einen harten globalen Wettbewerb. Europäische und US-amerikanische Hersteller, darunter Heidelberg und Komori, reagierten mit Produktionskürzungen von 10–25 % und dem Abbau Tausender Arbeitsplätze.

Die eigene wirtschaftliche Entwicklung von Heidelberg fällt gemischt aus. Zwar stieg der Umsatz in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres auf 1,6 Milliarden Euro, doch der Auftragseingang brach auf 1,63 Milliarden Euro ein – was Anleger verunsicherte. Die Aktie des Unternehmens hat seit Januar um 33 % nachgegeben und notiert derzeit bei 1,36 Euro, mehr als 27 % unter dem 200-Tage-Durchschnitt. Um die Liquidität zu sichern, stockte Heidelberg vorsorglich seine Kreditlinie auf 436 Millionen Euro auf und verlängerte die Laufzeit bis mindestens 2030.

Trotz der Turbulenzen treibt das Unternehmen sein Großformat-Projekt voran – selbst nach der Insolvenz von Manroland Sheetfed. Ein zentraler Baustein dieser Strategie ist die Cartonmaster CX 145, eine Maschine, die speziell für den Verpackungsmarkt entwickelt wurde. Das erste Demonstrationsmodell wird im April 2026 am Standort Wiesloch-Walldorf installiert, die vollständige Integration ins Produktportfolio ist kurz darauf geplant. Der Jahresfinanzbericht, der im Juni 2026 erscheint, wird weitere Klarheit über die künftige Ausrichtung des Unternehmens geben.

Die nächsten Schritte Heidelbergs hängen maßgeblich vom Erfolg der Cartonmaster CX 145 und der Fähigkeit ab, sich auf einem volatilen Markt zu behaupten. Die Installation der Maschine im April und der Finanzbericht im Juni werden entscheidend sein, um zu zeigen, ob das Unternehmen seine Position stabilisieren kann. Vorerst bieten erweiterte Kreditlinien und der Fokus auf den Verpackungsdruck einen Weg durch die anhaltenden Branchenherausforderungen.

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