26 February 2026, 02:22

Timothée Chalamets dünner Oberlippenbart löst überraschenden Trend aus

Ein altes Foto eines Mannes mit Bart und Schnurrbart, der direkt in die Kamera schaut und leicht geöffnete Lippen hat.

Timothée Chalamets dünner Oberlippenbart löst überraschenden Trend aus

Timothée Chalamets kaum wahrnehmbarer Bart in Marty Supreme bringt einen längst vergessenen Barttrend wieder ins Gespräch. Der dünne, ungepflegte Stil wirkt nicht wie ein glanzvolles Revival vergangener Zeiten, sondern als bewusste Entscheidung moderner Männer, die lässige Nonchalance dem Streben nach Perfektion vorziehen. Sein Aufstieg spiegelt einen größeren Wandel in der Pflegekultur wider – hin zu einer Ästhetik, die Unvollkommenheit und mühelosen Charme feiert.

Erstmals tauchte der Bart in dieser Form für Chalamets Rolle als Marty Mauser in Marty Supreme auf, dem Solo-Regiedebüt von Josh Safdie, das im New York der 1950er-Jahre im Viertel Lower East Side spielt. Anders als die akribisch geformten Stile früherer Jahrzehnte wirkt seine Version hastig gewachsen, mit ungleichmäßigen Konturen und dem Anschein frisch sprießender Härchen. Statt ihn nach den Dreharbeiten abzurasiere, behielt Chalamet ihn bei – ein Zeichen von Aberglaube oder echter Zuneigung.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Diese entspannte Haltung passt in einen breiteren kulturellen Trend weg von hochgradig gepflegten Stilen. Seit 2018 erlebt der dünne Bart ein Comeback in der Popkultur: von frühen Vorreitern wie Drake und John Boyega bis hin zu Modenschauen von Gucci und Louis Vuitton zwischen 2019 und 2021. Marken wie Old Spice und Gillette griffen den Look in Werbekampagnen auf, während TikToks #ThinStache-Challenge 2020 bis 2022 ihren Höhepunkt erreichte. Selbst Musiker wie Post Malone und Harry Styles experimentierten mit Varianten und trugen sie in Musikvideos und auf roten Teppichen bis 2025.

Der aktuelle Reiz des Trends liegt in seiner Unverbindlichkeit. Im Gegensatz zu markanten Bärten oder präzise konturierten Stilen bietet der dünne Bart eine risikoarme Optik – ideal für alle, die vor dauerhaften Veränderungen zurückschrecken. Chalamets Akzeptanz des Looks, inklusive seiner Makel, macht ihn zum unwahrscheinlichen, aber einflussreichen Fürsprecher. Doch trotz wachsender Sichtbarkeit bleibt der Stil eher ein flüchtiges Experiment als ein prägendes Markenzeichen heutiger Stars.

Sein Bart in Marty Supreme dient nicht nur als Requisit für eine Figur der 1950er, sondern trifft den Nerv einer modernen Sehnsucht nach unaufdringlicher, unperfekter Ästhetik. Dass der Trend in Mode, Werbung und sozialen Medien wieder auftaucht, deutet darauf hin, dass er bei Männern Anklang findet, die mit minimalem Aufwand maximale Wirkung erzielen wollen. Ob er sich als dauerhaftes Statement etabliert oder so schnell wieder verschwindet, wie er aufkam – sein aktueller Moment ist untrennbar mit dem kulturellen Gegenentwurf zu übertriebener Pflegeperfektion verbunden.