CDU zieht harte Linie: Social-Media-Verbot, Cannabis-Rücknahme und Machtanspruch in der Koalition
Noah FrankeSocial-Media-Verbot und Söders Versprechen an Merz - CDU zieht harte Linie: Social-Media-Verbot, Cannabis-Rücknahme und Machtanspruch in der Koalition
Die CDU hat nach ihrem jüngsten Parteitag eine klare Haltung in zentralen Politikbereichen bezogen. Die Führungsetage forderte strengere Regeln für soziale Medien, Krankschreibungen und die Cannabis-Gesetzgebung, während sie Änderungen an den Schuldenregeln kategorisch ablehnte. Gleichzeitig traten die Spannungen mit den Koalitionspartnern deutlicher zutage, als die Partei ihre dominierende Rolle in der Regierung betonte.
Die CDU beschloss, Kindern unter 14 Jahren die Nutzung von Social-Media-Plattformen wie TikTok und Instagram zu verbieten. Zudem sprach sie sich für ein Ende der telefonischen Krankmeldung aus und verlangt stattdessen persönliche Arztbesuche. Ein weiterer zentraler Punkt war die Forderung nach einer vollständigen Rücknahme der Cannabis-Legalisierung – das aktuelle Gesetz soll komplett abgeschafft werden.
In der Finanzpolitik lehnte die Partei jede weitere Lockerung der Schuldenbremse ab. Modernisierung dürfe nicht auf Kosten der Haushaltsdisziplin gehen, hieß es aus den Reihen der Führung. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder unterstrich diese Position und kritisierte scharf die Steuerpläne der SPD – insbesondere die Erbschaftsteuer-Vorschläge –, während er Kompromissbereitschaft in dieser Frage ausschloss.
Auch die Koalitionsdynamik stand im Fokus. Der Fraktionsvorsitzende der CDU/CSU, Jens Spahn, rief die Partner zur Einigkeit auf und betonte: "Wir müssen das hinbekommen." Söder hingegen erinnerte die SPD daran, dass die Union mit 208 Sitzen deutlich stärker sei als die Sozialdemokraten mit ihren 120 Mandaten – und unterstrich damit die führende Rolle seiner Partei. Trotz unterschiedlicher Signale an die SPD endete der Parteitag mit einer demonstrativen Geschlossenheit.
Söder sicherte zudem Kanzler Friedrich Merz seine volle Unterstützung zu und erklärte: "Sie können sich auf uns verlassen. Wir stehen hinter Ihnen als Kanzler – gerne auch länger, wenn Sie das wünschen." Bei der Cannabis-Legalisierung bleibt die CDU jedoch unnachgiebig: In den offiziellen Unterlagen finden sich keine Ansätze oder Argumente für eine Aufhebung der seit April 2024 geltenden Regelung.
Mit ihren jüngsten Beschlüssen hat die CDU klare Grenzen in den Bereichen soziale Medien, Gesundheitswesen und Finanzpolitik gezogen. Durch die strikte Ablehnung von Anpassungen der Schuldenbremse und den Vorstoß zur Rücknahme der Cannabis-Gesetze hat die Partei ihre Prioritäten deutlich gemacht. Nun wird sich zeigen, ob diese Forderungen in den kommenden Monaten mit der Position der SPD in Einklang gebracht werden können.
