26 February 2026, 04:21

Streit um Rentenreform: Höhere Renditen oder neues Risiko für Sparer?

Ein altes deutsches Aktienzertifikat, das von der deutschen Regierung ausgestellt wurde, mit Text und Zahlen.

Streit um Rentenreform: Höhere Renditen oder neues Risiko für Sparer?

Die deutsche Bundesregierung hat eine umstrittene Reform der privaten Altersvorsorge gebilligt, die 2027 in Kraft treten soll. Das Vorhaben von Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) zielt darauf ab, durch Kapitalmarktinvestitionen höhere Renditen zu erzielen – doch Kritiker warnen vor einer Wiederholung früherer Fehlschläge. Verbraucherschützer befürchten, dass die Neuerungen viele Bürger ohne sichere Rentenansprüche zurücklassen werden.

Kernstück der Reform ist ein neues Altersvorsorge-Investmentkonto, das durch die Anbindung an die Finanzmärkte höhere Erträge verspricht. Dieser Ansatz erinnert an die Riester-Rente, die wegen ihrer Komplexität und schlechter Ergebnisse für Geringverdiener in die Kritik geriet.

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Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg übt scharfe Kritik an den Plänen. Er wirft dem Finanzministerium vor, die Interessen der Finanzlobby über das Gemeinwohl zu stellen. Nauhauser warnt, dass die Reform – ähnlich wie frühere Modelle – vor allem jene benachteiligen werde, die sich mit Finanzprodukten nicht auskennen.

Stattdessen plädiert er für einen staatlichen Pensionsfonds nach schwedischem Vorbild. Das schwedische System hat in den vergangenen zwei Jahrzehnten durchschnittliche Jahresrenditen von 6–7 % erzielt – deutlich mehr als die 2–3 % der deutschen umlagefinanzierten Rente. Zudem erreichte es eine nahezu flächendeckende Beteiligung und stabile öffentliche Kosten, während in Frankreich und Italien die Rentenausgaben steigen.

Nauhauser prognostiziert, dass die Gesellschaft bereits in einem Jahrzehnt die Schwächen der Reform erkennen werde. Seiner Ansicht nach werden private Altersvorsorgemodelle in ihrer aktuellen Ausgestaltung den Bedürfnissen der meisten Bürger nicht gerecht.

Die neuen Vorsorgeoptionen sollen ab Januar 2027 verfügbar sein. Ob die Reform erfolgreich wird, hängt von der Marktentwicklung und der Akzeptanz in der Bevölkerung ab. Skeptiker zweifeln jedoch an ihrer langfristigen Tragfähigkeit. Sollten die Renditen enttäuschen oder die Beteiligung hinter den Erwartungen zurückbleiben, könnte der Druck auf eine staatlich gestützte Alternative wachsen.