Neues Gebäudeenergiegesetz spaltet Deutschland: Klimaziele gestrichen, Kritik wächst

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Eine Gruppe von Menschen steht vor einem Gebäude mit Säulen und einer Tür, hält ein Transparent mit Text, Fahnenstangen und Luftballons und nimmt an einem Klimastreik in Deutschland teil.Admin User

Neues Gebäudeenergiegesetz spaltet Deutschland: Klimaziele gestrichen, Kritik wächst

Die deutsche Bundesregierung hat am 24. Februar 2026 zentrale Punkte eines überarbeiteten Gebäudeenergiegesetzes (GEG) finalisiert. Die geplanten Änderungen stoßen bei Umweltschutzverbänden auf scharfe Kritik, während sie von Vertretern der Wirtschaft verhalten begrüßt werden. Die Reaktionen fallen bisher gespalten aus – eine gemeinsame Linie ist kaum erkennbar, abgesehen von der grundsätzlichen Ablehnung durch Klimaschützer.

Das aktualisierte GEG streicht klare Klimaziele sowie Zwischenziele für Heizsysteme. Ohne diese Vorgaben wird es schwieriger, Investitionen in neue Wärmenetze oder die Modernisierung bestehender Gasinfrastrukturen zu genehmigen. Kommunen, darunter über 300 Gemeinden in Baden-Württemberg, stehen nun vor Unsicherheiten, da ihre Pläne für die Wärmewende auf Daten basieren, die durch die GEG-Reform untergraben werden.

Energieministerin Thekla Walker verurteilte die Vorhaben als Vertrauensbruch. Sie warnte, dass Verbraucher, Handwerksbetriebe und lokale Behörden die Folgen der abgeschwächten Regulierung tragen müssten. Umweltorganisationen wie die Deutsche Umwelthilfe (DUH), der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Greenpeace und der WWF bezeichnen die Änderungen als klimapolitisches Versagen. Sie argumentieren, dass damit die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen verlängert und die Kosten für Haushalte steigen würden.

Der Handwerkssektor rechnet mit einem deutlichen Rückgang der Nachfrage nach neuen Heizsystemen. Durch den Wegfall konkreter Vorgaben entfallen Anreize für Modernisierungen, was Unternehmen ohne klare Marktperspektive zurücklässt. Der Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) begrüßte hingegen den Bürokratieabbau und betonte, dieser biete Installateuren und Hauseigentümern mehr Flexibilität.

Kritiker verweisen zudem auf die mangelnde Praxistauglichkeit sogenannter "grüner Öle" und die begrenzte Produktion von Biomethan. Da es keine tragfähigen Alternativen gebe, werde der Import fossiler Brennstoffe weitergehen – mit steigenden Kosten für Verbraucher. Baden-Württemberg verfüge zudem nicht über ausreichend Flächen für Energiepflanzen, was eine großflächige Biomethan-Produktion unter den aktuellen Bedingungen unrealistisch mache.

Bis zum 26. Februar 2026 gab es keine weiteren Entwicklungen. Die ersten Stellungnahmen fallen überwiegend kritisch aus, wobei Umweltschützer die Opposition dominieren und wirtschaftliche Stimmen vereinzelt Unterstützung signalisieren.

Die überarbeitete GEG-Fassung markiert einen Abschied von verbindlichen Klimazielen in der deutschen Heizungspolitik. Kommunen, Handwerker und Verbraucher sehen sich nun mit finanziellen und logistischen Herausforderungen konfrontiert – ohne klare regulatorische Vorgaben. Die langfristigen Auswirkungen hängen davon ab, wie sich Gemeinden und Unternehmen an den neuen Rahmen anpassen.