Manfred Weber fordert europäische Einheit in der Verteidigungspolitik – jetzt
Luisa BrandtManfred Weber fordert europäische Einheit in der Verteidigungspolitik – jetzt
Manfred Weber, Vorsitzender der Europäischen Volkspartei (EVP) und führender Politiker der deutschen CSU, hat zu einer stärkeren europäischen Verteidigungskooperation aufgerufen. Auf dem CDU-Parteitag in Stuttgart betonte er die Notwendigkeit eines einheitlichen Ansatzes bei der militärischen Beschaffung und den Sicherheitsherausforderungen.
Weber unterstrich, dass sich die Sicherheitslage in Europa wandelt und eine besser abgestimmte Verteidigungsstrategie erfordert. Als deutliches Beispiel für die Risiken auf dem Kontinent verwies er auf Finnlands 1.300 Kilometer lange Grenze zu Russland. In seiner Rede fragte er zudem, ob Finnland – und Europa insgesamt – bessere Systeme zur Abwehr von Drohnen und Raketen benötige.
Mindestens sieben EU-Länder haben bereits Schritte in Richtung gemeinsamer Rüstungsprojekte unternommen. Deutschland, Frankreich, Italien und Polen arbeiten im Rahmen der E5-Drohnen-Initiative zusammen. Estland, Lettland und Litauen haben hingegen SAFE-Mittel für die Luftverteidigung und Munition gesichert. Weber plädierte dafür, eine solche Zusammenarbeit weiter auszubauen.
Um die europäische Rüstungsindustrie zu stärken, forderte er harmonisierte Exportregeln. Dies würde, so Weber, dazu beitragen, einen voll funktionsfähigen Binnenmarkt für Waffen zu schaffen. Sein Vorschlag umfasste auch den Ausbau gemeinsamer europäischer Rüstungsvorhaben, um die Abhängigkeit von zersplitterten nationalen Systemen zu verringern.
Weber bezeichnete den aktuellen Moment als Chance für "historische Führung in der Verteidigungspolitik". Ohne einen geschlossenen Ansatz, warnte er, drohe Europa bei der Bewältigung wachsender Sicherheitsbedrohungen ins Hintertreffen zu geraten.
Webers Vorschläge zielen darauf ab, die Rüstungsproduktion und -beschaffung in der EU effizienter zu gestalten. Falls sie umgesetzt werden, könnten sie zu mehr gemeinsamen Projekten und einem stärkeren europäischen Rüstungsmarkt führen. Die nächsten Schritte hängen davon ab, wie die Mitgliedstaaten auf seinen Aufruf zu größerer Zusammenarbeit reagieren.
