Alte Hagel-Äußerungen entfachen Machtkampf zwischen CDU und Grünen in Baden-Württemberg
Miriam WolfCDU zielt auf Özdemir ab wegen Hagel-Video - Alte Hagel-Äußerungen entfachen Machtkampf zwischen CDU und Grünen in Baden-Württemberg
In Baden-Württemberg hat sich ein politischer Konflikt entfacht, nachdem ein acht Jahre altes Video des CDU-Vorsitzenden Manuel Hagel im Internet erneut aufgetaucht ist. Die Aufnahme, die von der Grünen-Politikerin Zoe Mayer geteilt wurde, enthält umstrittene Aussagen über Schüler während eines Schulbesuchs. Die CDU wirft den Grünen vor, Hagel gezielt angreifen zu wollen, während die Grünen-Führung jede Beteiligung an der Veröffentlichung des Videos zurückweist.
Der Eklat begann, als die Grünen-Abgeordnete Zoe Mayer ein altes Interview mit Manuel Hagel veröffentlichte. In dem 2016 entstandenen Clip machte Hagel Aussagen über Schüler, die Kritiker als unangemessen bewerten. Hagel, Spitzenkandidat der CDU für die Landtagswahl 2026, hatte zuvor Forderungen wie die Anhebung des Renteneintrittsalters auf 70 Jahre und den Ausbau der Kinderbetreuung im Wahlkampf vertreten.
Hagel räumte ein, dass seine Äußerungen ein Fehler gewesen seien, betonte jedoch, sie seien aus dem Zusammenhang gerissen worden. Der Grünen-Co-Vorsitzende Cem Özdemir erklärte, er glaube nicht, dass Hagel solche Aussagen heute wiederholen würde. CDU-Generalsekretär Tobias Vogt warf Özdemir und den Grünen hingegen eine gezielte Diffamierungskampagne vor und behauptete, sie wollten Hagels persönliche Integrität schädigen.
Baden-Württembergs grüner Ministerpräsident Winfried Kretschmann wies jeden abgestimmten Vorstoß seiner Partei zurück. Er bestritt, dass die Grünen-Führung von dem Video gewusst habe, bevor es viral ging. Auch Özdemir distanzierte sich von dem Vorfall und führte die erneute Verbreitung auf das Handeln einer einzelnen Abgeordneten zurück.
Die CDU warf den Grünen zudem vor, ihr Vorgehen belege, dass Özdemir nicht so gemäßigtes sei wie Kretschmann. Parteivertreter wie Vogt behaupteten, die Grünen wollten Hagels Ruf vor der Wahl gezielt untergraben.
Trotz Hagels Entschuldigung halten grüne Politiker an ihrer Kritik an seinen früheren Aussagen fest. Der Streit hat die Spannungen zwischen den beiden Parteien im Vorfeld der Wahl 2026 weiter verschärft.
Das Wiederauftauchen des Videos hat die Gräben zwischen CDU und Grünen in Baden-Württemberg vertieft. Hagel bleibt zwar Spitzenkandidat der CDU, doch die Kontroverse hat seine inhaltlichen Vorschläge in den Hintergrund gedrängt. Die Grünen-Führung betont unterdessen, keine Rolle bei der Verbreitung des Clips gespielt zu haben – die politischen Folgen des Streits bleiben vorerst ungeklärt.
