Rebellische Künstler prägten Dresdens Untergrundszene in der DDR

Noah Franke
Noah Franke
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Ein Vintage-Plakat für die Große Ausstellung der Schönen Künste auf der Grand Exposition des Beaux-Arts in Dresden, Deutschland im Jahr 1904, mit auffälligem Text, der das Ereignis ankündigt.Noah Franke

Rebellische Künstler prägten Dresdens Untergrundszene in der DDR

In den späten 1970er- und frühen 1980er-Jahren stellte eine Gruppe von Künstlern in der DDR die strengen Kulturvorgaben des Staates infrage. Viele von ihnen hatten an der Dresdner Hochschule für Bildende Künste studiert, der führenden Ausbildungsstätte für den Sozialistischen Realismus. Ihr Widerstand führte zu Ausstellungsverboten, Überwachung und schließlich zur Ausreise der meisten – mit einer Ausnahme: Einer von ihnen stammte ursprünglich aus dem Westen.

Die Dresdner Hochschule für Bildende Künste war das zentrale Ausbildungsinstitut für den staatlich verordneten Sozialistischen Realismus. Doch Ende der 1970er-Jahre begann eine neue Generation von Studierenden – darunter Eberhard Göschel, Hans Scheib, Reinhard Stangl, Volker Henze, Helge Leiberg, Christine Schlegel, Cornelia Schleime und Ralf Kerbach – die offiziellen Vorgaben abzulehnen. Stattdessen ließen sie sich vom expressionistischen Brücke-Stil inspirieren, der in der DDR seit Langem unterdrückt wurde.

Ihre Werke und unabhängigen Ausstellungen kollidierten mit den Staatsorganen. Göschel und Leiberg organisierten umstrittene Schauen im Dresdner Leonhardi-Museum, die 1982 zu dessen vorübergehender Schließung führten. Göschel gründete zudem die Obergrabenpresse, einen Untergrundverlag, während Scheib in den Berliner Bezirken Prenzlauer Berg und Friedrichshain private Galerien einrichtete. Diese Aktivitäten – zusammen mit ihrem Lebensstil – machten sie zu Zielen der Stasi-Überwachung.

Der Staat reagierte mit harter Hand: Die Künstler wurden von Aufträgen des Verbands Bildender Künstler ausgeschlossen, Ausstellungen wurden ihnen verweigert, und ihre Arbeit wurde unterbunden. Unter dem ständigen Druck verließen fast alle schließlich die DDR in Richtung Bundesrepublik. Göschel, der ursprünglich aus Bayern stammte, war die einzige Ausnahme – er war noch vor dem Mauerbau in den Osten gezogen.

Dresden blieb zwar ein zentraler Kulturort der DDR und beherbergte im Albertinum die wichtigen Fünfjahresausstellungen des Landes. Doch für diese Künstler wurde die Stadt zum Schauplatz des Widerstands statt der Anpassung.

Die meisten Mitglieder der Gruppe ließen sich in der Bundesrepublik nieder, wo sie ihre Karriere ohne die Restriktionen der DDR fortsetzen konnten. Einige erhielten später bedeutende Kunstpreise in Westdeutschland, doch genaue Zahlen sind nicht überliefert. Ihre Dresdner Zeit hinterließ jedoch deutliche Spuren in den alternativen Kunstszenen, die sich vor dem Mauerfall entwickelten.

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