Karlsruhes Museumswunder: 17.500 Schätze ziehen für die Schloss-Sanierung um
Luisa BrandtMit Vorsicht und Überraschungen: Wie ein Museum umzieht - Karlsruhes Museumswunder: 17.500 Schätze ziehen für die Schloss-Sanierung um
Badisches Landesmuseum Karlruhe bereitet riesige Umzugsaktion vor
Das Badische Landesmuseum in Karlruhe steht vor einer gewaltigen Herausforderung: In den kommenden 18 Monaten werden 17.500 Exponate verpackt und dokumentiert – Teil einer umfassenden Sanierung des Karlsruher Schlosses. Ziel des Projekts ist es, das historische Gebäude zu modernisieren und gleichzeitig unersetzliche Schätze zu bewahren, darunter eine 200 Jahre alte Handglocke, die einst Großherzogin Stephanie von Baden gehörte.
Die Sammlung des Museums umfasst rund eine halbe Million Objekte, doch nur drei Prozent sind derzeit ausgestellt. Der Rest – beschrieben als "das Wesentliche dessen, was über die Jahrhunderte als bedeutsam erachtet wurde" – wird nun sorgfältig eingelagert oder an andere Einrichtungen verliehen. Für den Umzug kommen etwa 600 maßgefertigte Holzkisten und 800 Paletten zum Einsatz.
Jedes einzelne Objekt durchläuft vor dem Verpacken ein aufwendiges Verfahren: Die Mitarbeiter fotografieren es, erfassen es digital und prüfen seinen Zustand. Besonders herausfordernd ist der Transport des Mithras-Reliefs, eines monumentalen Artefakts mit einem Gewicht von 1,5 bis 1,8 Tonnen. Fachleute werden es mithilfe eines Krans und präziser Werkzeuge von der Wand lösen.
Kurator Lars Petersen sieht in der Umzugsaktion auch eine Chance: "Beim Handling und bei der Untersuchung könnten sich bisher verborgene Farbschichten oder Inschriften zeigen." Bis Anfang 2028 soll der Umzug abgeschlossen sein – dann beginnt die Hauptphase der Baumaßnahmen.
Mit der Sanierung erhält das Schloss moderne Brandschutzsysteme, Diebstahlsicherung und Klimaregelung. Barrierefreiheit und ein neu gestalteter Grundriss sollen Besuchern künftig einen klareren Rundgang ermöglichen.
Die Umbaumaßnahmen werden das Karlsruher Schloss zu einem sicheren und besucherfreundlicheren Ort machen. Und die eingelagerten Objekte könnten bei weiteren Untersuchungen noch vergessene historische Erkenntnisse liefern. Es ist die größte logistische Operation in der jüngeren Geschichte des Museums.
