CDU-Politiker Hagel gerät wegen alter Sexismus-Vorwürfe unter Druck
Ella HofmannCDU-Politiker Hagel gerät wegen alter Sexismus-Vorwürfe unter Druck
Ein altes Video des CDU-Politikers Manuel Hagel ist wieder aufgetaucht und hat eine Welle der Kritik wegen sexistischer Äußerungen ausgelöst. Die Aufnahme, die die Grünen-Abgeordnete Zoe Mayer im Bundestag teilte, zeigt Hagel, wie er 2018 während eines Schulbesuchs das Aussehen einer Schülerin kommentiert. Die Kontroverse hat mittlerweile über eine Million Aufrufe in sozialen Medien verzeichnet und die Debatte vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg weiter angeheizt.
Das ursprünglich vor acht Jahren aufgenommene Video zeigt Hagel, der von einem Besuch an einer weiterführenden Schule berichtet, bei dem eine Schülerin namens Eva die erste Frage stellte. Seine Bemerkungen umfassten eine detaillierte Beschreibung ihres Äußeren – "braune Haare, rehbraune Augen" –, was viele angesichts ihres Alters als unangemessen empfanden. Hagel räumte später ein, die Einführung sei "Mist" gewesen, und behauptete, er würde sich heute anders ausdrücken.
Die erneute Verbreitung des Clips nur zwölf Tage vor der Landtagswahl am 8. März führte zu Vorwürfen, es handele sich um eine gezielte politische Kampagne. Die Grünen-Politikerin Zoe Mayer postete das Video erneut, was eine Gegenreaktion gegen Hagels CDU-Kandidatur auslöste. Kritiker bezeichneten den Vorfall als "Sexismus-Sturm", während einige Stimmen ihn in Schutz nahmen. Cem Özdemir von den Grünen betonte, Mayers Beitrag sei eine individuelle Aktion gewesen und keine Haltung der gesamten Partei. Nina Warken, Vorsitzende der Frauen-Union der CDU und Bundesgesundheitsministerin, wies die Kontroverse als berechnetes Wahlkampfgefecht zurück.
Warken lobte Hagel zudem als verantwortungsvollen Politiker mit modernen Ansichten zu Gleichberechtigung und der Rolle von Frauen in der Gesellschaft. Trotz des Aufruhrs gibt es bisher keine Berichte darüber, dass Hagel seine Kandidatur zurückzieht oder mit schweren Konsequenzen rechnen muss.
Das Video verbreitete sich viral und erreichte über eine Million Aufrufe auf TikTok und Instagram. Hagel gestand ein, seine Wortwahl sei unglücklich gewesen, während seine Frau ihn laut Berichten wegen der Äußerungen gerügt haben soll. Der Vorfall hat die Vorwahlprüfung verschärft, doch bisher hat er Hagels Wahlkampf nicht entscheidend beeinträchtigt.
