Cem Özdemir wird erster Ministerpräsident türkischer Herkunft in Baden-Württemberg
Miriam WolfSein Leben in Bildern: Das ist Cem Özdemir - Cem Özdemir wird erster Ministerpräsident türkischer Herkunft in Baden-Württemberg
Die Grünen haben die Wahl in Baden-Württemberg knapp gewonnen – mit einem Vorsprung von nur einem halben Prozentpunkt vor der CDU. Beide Parteien verfügen nun über die gleiche Anzahl an Sitzen im Landtag. Dieses knappe Ergebnis ebnet Cem Özdemir den Weg, neuer Regierungschef der Region zu werden – und damit Deutschlands erster Ministerpräsident türkischer Herkunft.
Özdemirs Weg in diese Position war lang und vielseitig. Seine politische Karriere begann in den 1990er-Jahren, als er von 1994 bis 2002 Bundestagsabgeordneter war. Ein kurzes Intermezzo als Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz im Jahr 2001 machte ihn früh bekannt. Später festigte er als Co-Vorsitzender der Grünen von 2008 bis 2018 seinen Einfluss in der Partei.
In Baden-Württemberg übernahm er Führungsrollen, darunter als Parteichef und Wirtschaftsminister zwischen 2011 und 2016. Gemeinsame Auftritte mit dem scheidenden Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann positionierten ihn als natürlichen Nachfolger. Im Wahlkampf rückte die Partei Özdemir in den Vordergrund – sein Name prägte Plakate und Kundgebungen.
Die Wahl selbst war hart umkämpft. Die Grünen setzten sich mit hauchdünnem Vorsprung gegen die CDU durch, sodass beide Parteien nun gleichauf im Landtag vertreten sind. Dieses Ergebnis sichert Özdemir die Führung der Landesregierung.
Mit dem bestätigten Sieg der Grünen wird Özdemir nun sein Amt als Ministerpräsident antreten. Seine Ernennung markiert einen historischen Moment für Deutschland, da er als erster Regierungschef türkischer Abstammung in diese Rolle eintritt. Angesichts des ausgeglichenen Parlaments werden Verhandlungen und Koalitionsbildung die nächsten Schritte der baden-württembergischen Landesregierung prägen.
