AfD in der Vetternwirtschaft-Krise: Frohnmaier verteidigt Familienjobs vor der Landtagswahl

Ella Hofmann
Ella Hofmann
2 Min.
Ein aufgeschlagenes Buch mit einer handschriftlichen Genealogie einer deutschen Familie, gefüllt mit Text über Familienmitglieder und ihre Abstammung.Ella Hofmann

Nepotismus? Frohnmaier sieht Anti-AfD-Kampagne - AfD in der Vetternwirtschaft-Krise: Frohnmaier verteidigt Familienjobs vor der Landtagswahl

Die Alternative für Deutschland (AfD) befindet sich mitten in einer internen Debatte über Vetternwirtschaft, insbesondere in ihren Landesverbänden Sachsen-Anhalt und Baden-Württemberg. Die Kontroverse verschärfte sich, nachdem die Bundestagsfraktion der Partei Jan Wenzel Schmidt ausgeschlossen hatte – eine zentrale Figur in dem Streit. Unterdessen verteidigt Markus Frohnmaier, Spitzenkandidat der AfD für die anstehende Landtagswahl in Baden-Württemberg, die Beschäftigungsverhältnisse seiner Familie mit Parteipolitikern als völlig legal.

Frohnmaier bestätigte, dass mehrere seiner Angehörigen Positionen bei AfD-Abgeordneten in der Region innehaben. Seine Frau Daria, eine dreisprachige Journalistin, arbeite seit Juli 2025 für den Bundestagsabgeordneten Johann Martel (AfD), der den Wahlkreis Odenwald-Tauber vertritt. Zuvor hatte sie kurzzeitig für zwei weitere AfD-Politiker in einer parlamentarischen Arbeitsgruppe gearbeitet. Auch Frohnmaiers Vater ist in Teilzeit für die Bundestagsabgeordnete Diana Zimmer (AfD, Wahlkreis Pforzheim) tätig, nachdem er fast ein Jahrzehnt ehrenamtlich für die Partei aktiv war.

Frohnmaier wies die Vorwürfe der Vetternwirtschaft als Teil einer "Anti-AfD-Kampagne" zurück. Er argumentierte, Kritiker würden gezielt vor der wichtigen Wahl Stimmung machen. Auch seine Schwester hatte vor etwa zehn Jahren zeitweise für einen AfD-Landtagsabgeordneten im baden-württembergischen Parlament gearbeitet.

Die Bundestagsfraktion der AfD hatte kürzlich Jan Wenzel Schmidt ausgeschlossen, dessen Handeln die breitere Debatte über Einstellungspraktiken ausgelöst hatte. Besonders der Landesverband Sachsen-Anhalt steht wegen ähnlicher Vorwürfe unter Beobachtung.

Angesichts der bevorstehenden Landtagswahl sieht sich die AfD weiterhin mit Fragen zu ihren Beschäftigungspraktiken konfrontiert. Frohnmaier betont, dass alle familienbezogenen Anstellungen rechtmäßig seien. Der Ausschluss Schmidts und die anhaltende Kritik deuten jedoch darauf hin, dass das Thema in der Partei weiter umstritten bleiben wird.