Manz AG stellt Insolvenzantrag nach Batteriezellen-Krise in Europa

Ella Hofmann
Ella Hofmann
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Ein Diagramm, das die Anzahl der von der COVID-19-Pandemie betroffenen US-Unternehmen zeigt, mit Abschnitten für Erholung und wirtschaftliche Erholung, unterteilt nach Branche, sowie begleitenden Text, der betroffene Unternehmen und wirtschaftliche Erholung beschreibt.Ella Hofmann

Manz AG stellt Insolvenzantrag nach Batteriezellen-Krise in Europa

Manz AG beantragt am 18. Dezember Insolvenz nach drastischem Einbruch im europäischen Batteriezellenmarkt

Die Manz AG wird am 18. Dezember ein Insolvenzverfahren einleiten, nachdem der europäische Markt für Batteriezellen einen starken Rückgang erlebt hat. Als Hauptgrund für die finanziellen Schwierigkeiten nannte das Unternehmen eine extrem schwache Geschäftslage. Trotz dieses Rückschlags plant Manz eine Umstrukturierung und will sich wieder auf seine technologischen Kernkompetenzen konzentrieren.

Die europäische Batteriezellenbranche steht seit 2022 vor großen Herausforderungen. Northvolt, einst einer der führenden Akteure, drosselte seine Expansionspläne, bevor das Unternehmen 2024 Gläubigerschutz beantragte. Zudem strich es Projekte wie die geplante Gigafactory in Québec. Gleichzeitig trieb der chinesische Konzern CATL den Bau neuer Werke in Ungarn (Produktionsstart für 2025 geplant) und Deutschland voran – wenn auch mit Verzögerungen. Volkswagen bremste unterdessen die Investitionen in das Werk Salzgitter, senkte die Wachstumsziele für die Tochter PowerCo auf 160 Gigawattstunden bis 2030 und verlagerte einen Teil des Fokus auf Partnerschaften – darunter auch mit Northvolt, bevor dessen finanzielle Probleme bekannt wurden.

Die Schwierigkeiten von Manz sind eng mit diesem allgemeinen Marktabsatz verbunden. Für 2024 erwartet das Unternehmen nun nur noch Umsätze von 170 bis 180 Millionen Euro bei einem EBITDA-Verlust zwischen 20 und 25 Millionen Euro. Um sich anzupassen, steigt Manz aus der Batteriezellenproduktion aus und konzentriert sich künftig auf industrielle Automatisierung, Elektronik, Halbleiter sowie Auftragsfertigung.

Mit dem Insolvenzverfahren sollen Kosten gesenkt, Arbeitsabläufe effizienter gestaltet und das Produktportfolio standardisiert werden. Zudem plant das Unternehmen, seine Batteriezellensparte zu verkaufen – Verhandlungen mit mehreren Investoren laufen bereits. Ein Abschluss der Transaktion wird für die erste Jahreshälfte 2025 angestrebt.

Der Insolvenzantrag markiert für Manz einen Wendepunkt auf dem Weg zu mehr Agilität und Wettbewerbsfähigkeit. Das Unternehmen wird Ausgaben reduzieren, die Betriebsprozesse optimieren und sich auf die profitabelsten Technologiebereiche konzentrieren. Der Verkauf der Batteriesparte bleibt ein zentraler Baustein des Restrukturierungsplans.