17 February 2026, 04:08

Gewalt durch Kinder erreicht in Deutschland alarmierende Höchststände – was tun?

Eine Liniendiagramm, das die Mordrate pro 100.000 Einwohner in den Vereinigten Staaten zeigt, mit zwei Linien, einer blauen und einer roten, die die Raten in jedem Bundesstaat darstellen.

Kindesgewalt: Strobl fragt nach Strafmündigkeit - Gewalt durch Kinder erreicht in Deutschland alarmierende Höchststände – was tun?

Gewaltkriminalität unter Kindern in Deutschland nimmt dramatisch zu

In den vergangenen zehn Jahren hat die Gewaltkriminalität unter Kindern in Deutschland stark zugenommen – ein Trend, der bei Behörden große Besorgnis auslöst. Thomas Strobl, Innenminister von Baden-Württemberg, fordert nun dringende Maßnahmen, um das Problem in den Griff zu bekommen. Gleichzeitig stellt er infrage, ob das aktuelle Mindestalter für strafrechtliche Verantwortung, das bei 14 Jahren liegt, angesichts der steigenden Zahlen noch angemessen ist.

Laut offiziellen Polizeistatistiken hat sich die Zahl der Gewaltdelikte durch Kinder unter 14 Jahren deutlich erhöht. Allein in Baden-Württemberg stiegen solche Straftaten zwischen 2015 und 2024 um etwa 25 Prozent. Ähnliche Entwicklungen zeigen sich in Bayern und Nordrhein-Westfalen, wo die Fallzahlen um 20 bis 30 Prozent kletterten. Auch in Hessen und Niedersachsen gab es – wenn auch weniger ausgeprägt – noch spürbare Zuwächse von 10 bis 15 Prozent.

Die Zahl der tatverdächtigen Kinder unter 14 Jahren ist im letzten Jahrzehnt um rund 57 Prozent gestiegen. 2022 verzeichneten die Behörden den höchsten Stand seit mindestens 20 Jahren. Besonders häufig kommen Körperverletzungen und Diebstähle vor – vor allem Ladendiebstähle – als die mit Abstand häufigsten Straftaten unter Jugendlichen.

Auch Schulen bleiben von der Entwicklung nicht verschont. Seit 2016 hat sich die Zahl der Opfer schulbezogener Gewalt um fast 70 Prozent erhöht. 2025 wurden 2.826 Menschen – darunter 214 Lehrkräfte und 2.612 Schülerinnen und Schüler – in Bildungseinrichtungen Opfer von Straftaten. Gleichzeitig stieg die Zahl der kindlichen Tatverdächtigen in Körperverletzungsdelikten innerhalb der letzten zehn Jahre um fast 120 Prozent.

Trotz gewisser Schwankungen liegt die Gesamtzahl junger Tatverdächtiger bei Gewaltdelikten weiterhin über dem Zehnjahresdurchschnitt. Strobls Appell folgt auf Jahre mit kontinuierlich steigender Jugendgewalt in mehreren Bundesländern.

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Die Daten zeigen einen anhaltenden Anstieg der Gewaltkriminalität unter Kindern. Da die Zahlen bei Körperverletzungen, Diebstählen und schulbezogenen Straftaten durchgehend steigen, geraten die Behörden zunehmend unter Handlungsdruck. Strobls Äußerungen deuten darauf hin, dass mögliche Reformen des rechtlichen Rahmens auf der Tagesordnung stehen könnten.