Weibliche Genitalverstümmelung bleibt trotz Verboten eine globale Bedrohung für Millionen Frauen
Weibliche Genitalverstümmelung bleibt trotz Verboten eine globale Bedrohung für Millionen Frauen
Weibliche Genitalverstümmelung bleibt trotz jahrzehntelanger globaler Bemühungen weit verbreitet
Trotz jahrzehntelanger internationaler Anstrengungen zur Abschaffung der Praxis hält die weibliche Genitalverstümmelung oder -beschneidung (FGM/C) weiterhin an. Neue Daten der Vereinten Nationen zeigen, dass mittlerweile 28 Länder Gesetze erlassen haben, die sie vollständig verbieten. Dennoch sind jedes Jahr Millionen Mädchen und Frauen von der Gefahr betroffen – weltweit haben bereits 230 Millionen die Eingriffe über sich ergehen müssen.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert FGM/C als jeden nicht medizinisch notwendigen Eingriff, bei dem die äußeren weiblichen Genitalien teilweise oder vollständig entfernt werden. Die UNO stuft die Praxis seit 1992 als Verstoß gegen die Menschenrechte ein. In 94 von 195 Ländern weltweit kommt sie vor, wobei die Verbreitung stark variiert: Während in Somalia über 90 Prozent der Frauen betroffen sind, liegt der Anteil im Irak unter einem Prozent.
Laut den jüngsten UN-Zahlen erfassen 31 Staaten zuverlässige Daten zu FGM/C-Fällen. 28 davon haben ein komplettes gesetzliches Verbot verhängt, darunter Benin, Burkina Faso, Ägypten, Kenia, Nigeria und der Senegal. Trotz dieser Fortschritte hält sich die Tradition aufgrund tief verwurzelter soziokultureller Überzeugungen hartnäckig.
Auch in Deutschland betrifft das Thema Migrantinnengemeinschaften. Bis Ende 2024 hatten hierzulande etwa 123.000 Frauen und Mädchen entweder bereits FGM/C erlebt oder galten als gefährdet. Die deutsche Gesetzgebung behandelt die Praxis als schweres Straftatbestand mit Haftstrafen von einem bis zu 15 Jahren.
Mit 28 Ländern, die nun rechtliche Verbote umsetzen, ist ein wichtiger Schritt im Kampf gegen FGM/C gelungen. Doch die Durchsetzung der Gesetze und ein kultureller Wandel bleiben centrale Herausforderungen. Angesichts von 230 Millionen Betroffenen weltweit und Millionen weiterer gefährdeter Mädchen und Frauen jedes Jahr bleibt dringender Handlungsbedarf bestehen.
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