Rekordernte wird zum Fluch: Warum deutsche Bauern ihre Kartoffeln nicht loswerden

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Zwei Personen stehen in einem Feld, eine hält ein Objekt, mit Text unten: "Pflanzen und Bewässern von Kartoffeln in Duckwater eine effektive Methode zur überwindung des Arbeitskräftemangels."Admin User

Rekordernte wird zum Fluch: Warum deutsche Bauern ihre Kartoffeln nicht loswerden

Deutschlands Kartoffelbauern stecken in der Krise – trotz Rekordernte

Nach der diesjährigen Rekordernte sehen sich deutsche Kartoffelbauern mit einer schweren Krise konfrontiert. Mit 13,4 Millionen Tonnen – der höchsten Menge seit 25 Jahren – sind die Preise eingebrochen, und viele Landwirte sitzen auf unverkauften Beständen fest. Nun springen kreative Kooperationen ein, um die Überschüsse abzubauen und Lebensmittelverschwendung zu vermeiden.

Die Überproduktion ist auf eine außergewöhnlich gute Ernte in ganz Europa zurückzuführen. Allein in Deutschland wurden 2023 auf 264.700 Hektar Kartoffeln angebaut, und bis 2025 soll die Anbaufläche noch weiter steigen. Bauern wie Christian Schempp aus Pfullendorf kämpfen damit, ihre Erzeugnisse zu fairen Preisen zu verkaufen.

Eine unerwartete Lösung kam durch eine ungewöhnliche Zusammenarbeit zustande. Schempp schloss sich mit Jürgen Belthle von den Ölfreunden zusammen, einer lokalen Ölmühle im baden-württembergischen Thiergarten. Ihr Konzept ist simpel: Kunden, die Speiseöl kaufen, erhalten zu jeder Bestellung ab 10 Euro eine gratis Tüte frische Kartoffeln dazu. Die Mühle zahlt Schempp einen angemessenen Preis für seine Ernte und übernimmt Lagerung, Verpackung sowie Lieferung.

Das Modell kommt gut an. Die Umsätze der Ölmühle sind deutlich gestiegen, während Schempp seine Überschüsse loswird, bevor sie verderben. Durch den Verzicht auf Zwischenhändler profitieren beide Seiten – die Bauern erhalten faire Bezahlung, und die Käufer bekommen zusätzliche Ware ohne Mehrkosten.

Die Partnerschaft zeigt, wie direkter Absatz den Druck auf notleidende Landwirte mindern kann. Da der Kartoffelanbau weiter ausgedehnt werden soll, könnten ähnliche Initiativen künftig unverzichtbar werden. Vorerst bietet die Aktion eine praktische Lösung, um Überschüsse sinnvoll zu nutzen und Lebensmittel auf den Teller zu bringen.