Sparkassen starten neue Handelsplattform für eigenständige Anleger
Noah FrankeSparkassen starten neue Handelsplattform für eigenständige Anleger
Deutschlands Sparkassen bringen im Sommer eine neue digitale Handelsplattform an den Start. Die Dienstleistung richtet sich an selbstständige Anleger, die Aktien und ETFs ohne Beratung handeln möchten. Das Angebot wird unabhängig vom bestehenden S-Broker-System betrieben und bietet eine frische Alternative für eigenständige Trader.
Die neue App wird in das bestehende Digitalbanking-System der Sparkassen integriert. Kunden führen ihre Transaktionen eigenständig durch – eine Beratungsunterstützung ist nicht vorgesehen. Kernfunktionen wie Depotverwaltung, Abwicklung und Orderausführung übernehmen die DWP Bank und die DekaBank, wobei die technische Infrastruktur der Sparkassen genutzt wird.
Anders als manche Konkurrenten will die Plattform Ausfälle und Verzögerungen während Stoßzeiten vermeiden. Die Sparkassen-Finanzgruppe verspricht telefonischen Support und stabile Leistung – selbst bei hoher Nachfrage. Dies kommt zu einer Zeit, in der andere Neobroker mit Zuverlässigkeitsproblemen kämpfen, sobald die Nutzerzahlen stark ansteigen.
Noch sind weder die genauen Konditionen noch ein festes Startdatum bekannt. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund des Rückgangs des Payment-for-Order-Flow-(PFOF)-Modells, das Konkurrenzplattformen unter Druck setzt. Der neue Service zielt auf Anleger ab, die volle Kontrolle über ihre Portfolios behalten möchten.
Der Einstieg der Sparkassen in den Selbsthandel könnte den Neobroker-Markt aufmischen. Mit Fokus auf Zuverlässigkeit und telefonische Betreuung positioniert sich die Plattform als direkte Konkurrenz zu bestehenden Apps. Die bundesweite Einführung steht in den kommenden Monaten bevor – die genauen Preise bleiben jedoch noch unter Verschluss.
