Sparkassen in Baden-Württemberg sehen Licht am Ende des Tunnels trotz Rekordinsolvenzen
Wie die Sparkassen die Wirtschaft im Südwesten sehen - Sparkassen in Baden-Württemberg sehen Licht am Ende des Tunnels trotz Rekordinsolvenzen
Sparkassen in Baden-Württemberg rüsten sich für wirtschaftliche Herausforderungen – erste Anzeichen einer Erholung
Die Sparkassen in Baden-Württemberg bereiten sich auf anhaltende wirtschaftliche Belastungen vor, erkennen aber auch erste vorsichtige Signale einer Besserung. Das regionale Netzwerk, das Millionen von Kunden bedient, hat angesichts steigender Insolvenzzahlen die Risikovorsorge für 2025 auf 435 Millionen Euro erhöht. Gleichzeitig zeigen sich bei Kreditvergaben und Geschäftstätigkeiten erste zaghafte Aufwärtstrends nach Jahren des Rückgangs.
Die wirtschaftliche Lage im Südwesten Deutschlands bleibt angespannt – besonders für den Maschinenbau und die Automobilindustrie. Die Produktionsleistung Baden-Württembergs sank 2025 zum dritten Mal in Folge, während die Zahl der Insolvenzen ein 20-Jahres-Hoch erreichte. Bundesweit mussten 17.604 Unternehmen Insolvenz anmelden, mit deutlichen Zunahmen in Branchen wie Gastronomie, Baugewerbe und Automotive-Zulieferung. Bei Großinsolvenzen (Unternehmen mit mehr als 10 Millionen Euro Umsatz) stieg die Zahl um 25 Prozent – fast eine Verdreifachung seit 2021. Allein in der Metall- und Elektroindustrie gingen bis April 2025 fast 14.000 Arbeitsplätze verloren.
Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen verzeichnen die Sparkassen positive Entwicklungen. Die 50 Institute mit ihren 1.670 Filialen genehmigten 2025 Unternehmensdarlehen in Höhe von 15,5 Milliarden Euro – ein Plus von 11,8 Prozent gegenüber 2024. Davon flossen 12 Milliarden Euro in Betriebsmittel und Investitionen, was auf ein wachsendes Vertrauen hindeutet. Auch bei Privatimmobilienkrediten, Wertpapiergeschäften und Kundeneinlagen gab es Zuwächse, sodass die Bilanzsumme auf 254,3 Milliarden Euro stieg.
Die leicht verbesserte Stimmung zeigt sich in einer höheren Nachfrage nach Krediten und einer vorsichtigen Aufhellung der Konjunkturerwartungen. Zwar bleiben Risiken bestehen, doch die gestiegene Kreditvergabe deutet darauf hin, dass sich einige Unternehmen wieder auf Expansion vorbereiten.
Die 435 Millionen Euro an Rückstellungen der Sparkassen unterstreichen die anhaltenden Sorgen vor Kreditausfällen und Insolvenzen. Dennoch lassen das gestiegene Kreditvolumen und das Wachstum der Bilanzsumme auf eine mögliche Trendwende hoffen. Mit steigenden Kreditvergaben und ersten Erholungszeichen in Schlüsselbranchen könnte sich die Wirtschaft der Region nach Jahren der Schwäche langsam stabilisieren.
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