Geflüchtetes Paar findet beim *Welcome Dinner* in Hamburg neue Hoffnung und Kontakte
Geflüchtetes Paar findet beim *Welcome Dinner* in Hamburg neue Hoffnung und Kontakte
Ein türkisches Paar, das vor politischer Verfolgung in seiner Heimat floh, teilte kürzlich in Hamburg ein Essen mit Fremden. Die Begegnung wurde von Welcome Dinner organisiert, einer lokalen Initiative, die Neuankömmlinge mit langjährigen Bewohner:innen zusammenbringt. An einem Sonntagabend trafen sich vier Menschen unterschiedlicher Herkunft bei selbstgemachtem Essen zum ersten Mal.
Sevgi und Kadir, ursprünglich aus der Türkei, nahmen an dem Abend teil, den Laura Trager ausrichtete. Als Geschenk brachten sie Börek mit, eine traditionelle Teigspeise. Das Paar hatte die Türkei verlassen, weil Kadirs Tätigkeit als Elektroingenieur sie in Gefahr brachte. Nach ihrer Ankunft in Deutschland lebten sie zunächst kurz in Dortmund, bevor sie sich in Bochum niederließen.
Aktuell konzentrieren sie sich darauf, ihre Deutschkenntnisse zu verbessern. Beide besuchen einen C1-Sprachkurs in der Hoffnung, dass ihnen das Zertifikat den Wiedereinstieg ins Berufsleben erleichtert. Die Suche nach einer stabilen Wohnung gestaltet sich jedoch schwierig. Trotz der Herausforderungen haben sich ihre Kinder gut eingelebt: Sie besuchen örtliche Schulen und fühlen sich in Hamburg bereits zu Hause.
Der Verein Welcome Dinner informiert seine Mitglieder jeden Freitag per E-Mail über anstehende Treffen. Das Ziel ist einfach: ungezwungene, gleichberechtigte Begegnungen am gemeinsamen Tisch zu schaffen. Für Sevgi und Kadir bot der Abend die Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen, ihr Deutsch zu üben und in einer herzlichen Atmosphäre ihre Geschichte zu teilen.
Ihr vordringlichstes Anliegen bleibt das Bestehen der C1-Prüfung, um bessere Jobchancen zu erhalten. Dass sich ihre Kinder problemlos in die Schule integriert haben, ist ein Lichtblick angesichts der anhaltenden Schwierigkeiten. Unterdessen organisiert die Initiative weiterhin gemeinsame Abendessen – und hilft so Neuankömmlingen und Einheimischen, Beziehung nach Beziehung aufzubauen, Mahlzeit für Mahlzeit.
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