Bauarbeiter findet 1.600 mittelalterliche Silbermünzen im Schwarzwald
Bauarbeiter findet 1.600 mittelalterliche Silbermünzen im Schwarzwald
Ein Bauarbeiter entdeckt seltenen mittelalterlichen Münzschatz in Glottertal
In Glottertal im Schwarzwald hat ein Bauarbeiter einen seltenen Münzschatz aus dem Mittelalter entdeckt, der auf das Jahr 1320 datiert wird. Der Fund des ortsansässigen Claus Völker umfasst rund 1.600 Silbermünzen, die in Prägestätten in Deutschland, der Schweiz und Frankreich hergestellt wurden. Experten zufolge könnte der Schatz neue Erkenntnisse über Handel, Bergbau und das politische Leben der Region in jener Zeit liefern.
Die Münzen wurden während Bauarbeiten in Glottertal gefunden, einem Ort mit langer Bergbautradition. Völker stieß auf die ersten Stücke und alarmierte die Behörden, woraufhin umgehend Archäologen hinzugezogen wurden. Bereits am ersten Tag bargen die Fachleute etwa 1.000 Münzen, am Folgetag kamen mit Metalldetektoren weitere 600 ans Licht.
Der Großteil der Münzen stammt aus den Prägestätten Breisach, Zofingen und Freiburg, weitere aus Basel, St. Gallen, Zürich, Laufenburg und Colmar. Der Archäologe Andreas Haasis-Berner lobte Völkers aufmerksamen Blick und bezeichnete den Fund als "bedeutenden mittelalterlichen Schatz". Der damalige Wert der Münzen hätte für etwa 150 Schafe gereicht – eine beträchtliche Summe im 14. Jahrhundert. Solche Funde sind selten, aber nicht unbekannt: 2016 wurde in der Schweiz ein ähnlicher Münzschatz aus dem 13. Jahrhundert entdeckt, dessen Wert damals 25 Schafen entsprach. Oft deuten solche Verstecke auf unruhige Zeiten hin, etwa politische Umbrüche oder Soldzahlungen an Söldnerheere.
Die Glottertaler Münzen sollen nun untersucht werden, um Aufschluss über den Münzumlauf, den Silberhandel und die Prägpraxis der Region zu geben. Historiker und Archäologen werden den Schatz detailliert auswerten. Ihre Analysen könnten die Verbindungen zwischen Bergbautätigkeit, Handelswegen und der damaligen Wirtschaft bestätigen. Angesichts der reichen Bergbaugeschichte der Gegend besteht zudem die Möglichkeit, dass sich in der Umgebung weitere verborgene Artefakte befinden.
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