Baden-Württemberg stärkt Wirtschaftspartnerschaft mit Japan durch neue Tokio-Vertretung
Miriam WolfBaden-Württemberg stärkt Wirtschaftspartnerschaft mit Japan durch neue Tokio-Vertretung
Baden-Württemberg baut seine Wirtschaftsbeziehungen zu Japan aus und erweitert seine Vertretung in Tokio. Damit soll die Zusammenarbeit in den Bereichen Technologie, Handel und Innovation gestärkt werden. Da Japan 2024/2025 die viertgrößte Volkswirtschaft der Welt ist, konzentriert sich die Partnerschaft auf wachstumsstarke Sektoren wie Künstliche Intelligenz, Mobilität und erneuerbare Energien.
Die Beziehungen zwischen Baden-Württemberg und Japan reichen bis zum 24. November 1989 zurück, als eine regionale Partnerschaft mit der Präfektur Kanagawa begründet wurde. Seither hat sich die Zusammenarbeit vertieft, insbesondere in den Bereichen Automobilindustrie, Wasserstofftechnologie und Start-ups. Das EU-Japan-Wirtschaftspartnerschaftsabkommen, das seit dem 1. Februar 2019 in Kraft ist, hat den Handel zusätzlich gefördert.
Die neue Wirtschaftsvertretung in Tokio wird sich auf Schlüsselsektoren wie Mobilität, Robotik und Gesundheitswesen konzentrieren. Zudem sollen Chancen in den Bereichen Verteidigung und Sicherheit ausgelotet werden – ein Zeichen für Japans Rolle als NATO-Partner. Besonders im Fokus steht das blühende Start-up-Ökosystem des Landes.
Die Handelszahlen unterstreichen die Bedeutung der Partnerschaft: 2024 stiegen die Exporte Baden-Württembergs nach Japan um 6,8 Prozent auf rund 4,4 Milliarden Euro, womit Japan auf Platz 14 der Exportrangliste rückte. Die Importe gingen hingegen um 8,2 Prozent auf etwa 3,2 Milliarden Euro zurück, sodass Japan den 18. Platz einnimmt.
Dr. Lucas Witoslawski, stellvertretender Geschäftsführer der Deutsch-Japanischen Industrie- und Handelskammer (AHK Japan), wird die Wirtschaftsvertretung leiten. Victor Arnhold, Berater der AHK Japan, übernimmt die Rolle des Innovationsscouts und beobachtet technologische Entwicklungen in Japan, die für Unternehmen aus Baden-Württemberg relevant sind.
Die erweiterte Tokioter Niederlassung soll baden-württembergischen Unternehmen den Zugang zum japanischen Hochtechnologiemarkt erleichtern. Durch den Fokus auf Innovation und strategische Branchen zielt die Partnerschaft darauf ab, den wirtschaftlichen und technologischen Austausch zu vertiefen. Die Initiative knüpft an Jahrzehnte der Zusammenarbeit an und passt sich gleichzeitig neuen Chancen in den Bereichen Verteidigung, Start-ups und Nachhaltigkeit an.
