21 February 2026, 22:15

Stefanie Hertels bewegende Kindheit zwischen DDR-Entbehrungen und musikalischem Erbe

Ein altes Buch mit einer zentralen Deutschlandkarte, umgeben von Illustrationen und Text, strahlt einen klassischen und zeitlosen Look aus.

Stefanie Hertels bewegende Kindheit zwischen DDR-Entbehrungen und musikalischem Erbe

Stefanie Hertel, heute 46, wuchs in der ländlichen DDR unter bescheidenen Verhältnissen, aber mit einer großen Liebe zur Musik auf. Ihre Kindheit im Vogtland war geprägt von Entbehrungen – ohne Zentralheizung, mit einem Plumpsklo und Wintern, in denen sich Reif auf ihren Decken bildete. Doch trotz dieser Härten erinnert sie sich gern an ein Leben voller einfacher Freuden: ein Simson-Moped, Familienausflüge mit dem Trabi an die Ostsee und erste Erfolge als Kinderstar.

Geboren in eine musikalische Familie, begann Hertel bereits als Kind eine Karriere als Nachwuchskünstlerin in der DDR. Die ländlichen Dörfer der 1980er-Jahre, in denen sie lebte, verfügten über eine gut ausgebaute Infrastruktur mit Kindergärten, Bibliotheken und medizinischen Versorgungsposten, die berufstätigen Müttern den Spagat zwischen Familie und Arbeit erleichterten. Doch vieles davon verschwand nach 1990, als die Marktreformen viele ländliche Regionen in existenzielle Schwierigkeiten stürzten.

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Hertels musikalisches Erbe lebt in ihrer Tochter Johanna Mross weiter, die kürzlich ein nostalgisches Kinderfoto mit ihren Fans teilte. Anders als ihre Mutter absolvierte Johanna zunächst eine Ausbildung zur Konditorin, bevor sie durch das Musical-Projekt Spirit of Christmas wieder zur Musik fand. Seit 2019 treten Johanna, Stefanie und Stefans Ehemann Lenny Lanner gemeinsam als Familienband auf. Johanna betont, dass ihre Eltern sie nie zum Musizieren gedrängt hätten – ihr Rückkehr auf die Bühne sei eine ganz eigene Entscheidung gewesen.

Hertels Geschichte spiegelt sowohl die Entbehrungen als auch den starken Zusammenhalt des ländlichen DDR-Lebens wider. Ihre Karriere, die sich nun über Generationen erstreckt, zeigt, wie die Musik in ihrer Familie stets eine Konstante blieb. Gleichzeitig prägte der Niedergang der ländlichen Infrastruktur nach 1990 die Region neu und hinterließ Erinnerungen an ein System, das einst arbeitende Familien unterstützte.