CDU setzt auf Manuel Hagel als gemäßigtes Gegengewicht zu AfD und Grünen
Luisa BrandtMerz-Show: Bringt der Parteitag Hagel den letzten Schub? - CDU setzt auf Manuel Hagel als gemäßigtes Gegengewicht zu AfD und Grünen
Die CDU hat ihren Bundesparteitag in Stuttgart abgehalten, um die Unterstützung für Manuel Hagel zu mobilisieren – ihren 37-jährigen Spitzenkandidaten in Baden-Württemberg. Die Veranstaltung sollte zwei Wochen vor der Landtagswahl Einheit und Stärke demonstrieren. Hagel, der zum jüngsten Ministerpräsidenten in der Geschichte des Landes werden könnte, nutzte die Bühne, um sich als gemäßigter Gegenentwurf sowohl zur rechtspopulistischen AfD als auch zu den Grünen zu positionieren.
Im Mittelpunkt des Parteitags standen jedoch bundespolitische Themen, nicht die Landespolitik – direkte Wahlkampfauftritte blieben aus. Bundeskanzler Friedrich Merz sprach Hagel öffentlich seine Unterstützung aus und bezeichnete ihn als künftigen Regierungschef des Südwestens. Diese Rückendeckung kam zu einem Zeitpunkt, an dem die CDU ihre Kampagne beleben und interne Streitigkeiten der letzten Zeit hinter sich lassen wollte.
Hagel eröffnete die Veranstaltung, indem er sich zwischen dem, was er als "Radikalismus" der AfD und die "Ideologie" der Grünen bezeichnete, verortete. Seine Rede zielte darauf ab, sein Profil zu schärfen und sich als Stimme der Vernunft zu präsentieren. Strategen der Landespartei wiegelten Bedenken ab und betonten, dass jüngste Debatten und Gegenwind die Umfragewerte der CDU nicht gefährden würden.
Während bundesweite Umfragen von Anfang 2026 die Union bei nur noch 25 Prozent sahen – hinter der AfD mit 26 Prozent – deuteten die Landestrends in Baden-Württemberg auf stabilere Zustimmungswerte für die Partei hin. Die CDU im Land hoffte, dass der Parteitag ihre Führungsposition festigen würde, auch wenn die Bundesregierung unter Kanzler Merz gerade einmal auf 22 Prozent Zustimmung kam.
Der Stuttgarter Parteitag bot Hagel eine prominente Bühne, um seinen Wahlkampf zu stärken. Mit der nahenden Landtagswahl will die CDU ihre Führung vor den Grünen verteidigen – trotz einer sich schließenden Umfragelücke. Nun geht es darum, den Schwung der Veranstaltung in Stimmen am Wahltag umzumünzen.
