Deutschland kämpft mit Plastikmüll: Nur die Hälfte wird recycelt – was jetzt helfen soll

Deutschland kämpft mit Plastikmüll: Nur die Hälfte wird recycelt – was jetzt helfen soll
Deutschland bleibt Europas größter Plastikproduzent und stellt jährlich 14 Millionen Tonnen her. Das Land trägt damit 2,3 Prozent zur weltweiten Gesamtproduktion bei, während Europa insgesamt 13 Prozent ausmacht. Doch trotz der hohen Produktionszahlen wird nur etwa die Hälfte des deutschen Plastikmülls recycelt – Experten und Politiker suchen nach Lösungen für dieses Dilemma.
Auf der jüngsten Veranstaltung DBU goes Brussels setzten sich Führungskräfte mit der wachsenden Plastikmüllkrise auseinander. Thekla Walker, Umweltministerin von Baden-Württemberg, forderte ein EU-weites Verbot für die Deponierung von Kunststoffen. Zudem plädierte sie für eine bessere Sammlung wertvoller Materialien, um die Recyclingquoten in der gesamten Union zu steigern.
Florika Fink-Hooijer, die Generaldirektorin für Umwelt in der EU-Kommission, wies auf die düstere Kehrseite des Problems hin. Sie warnte vor Verbindungen zwischen Plastikmüll und organisierter Kriminalität und betonte die Notwendigkeit strengerer Kontrollen. Alexander Bonde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), bezeichnete die Kreislaufwirtschaft unterdessen als 'das Geschäftsmodell der Zukunft' – eines, das sowohl der Umwelt als auch der Wirtschaft zugutekommt.
Die aktuellen Zahlen zeichnen ein ernüchterndes Bild: 2023 fielen in Deutschland fast sechs Millionen Tonnen Plastikmüll an, doch nur 52 Prozent wurden recycelt, wie der Naturschutzbund Nabu berichtet. Weltweit beläuft sich die Produktion auf 414 Millionen Tonnen pro Jahr, wobei die Plastikverschmutzung Ökosysteme, Wildtiere und die menschliche Gesundheit schädigt. Die Experten sind sich einig: Ohne dringendes Handeln werden sich die Folgen weiter verschärfen.
Der Druck für Veränderungen wächst. Politiker fordern strengere Vorschriften, darunter Deponieverbote und effizientere Recyclingsysteme. Falls diese Maßnahmen greifen, könnten sie den Müllberg deutlich verringern und Europa auf den Weg zu einer nachhaltigeren Kunststoffwirtschaft bringen. Die Herausforderung besteht nun darin, aus den Vorschlägen Taten werden zu lassen.

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