CDU will Saisonarbeiter vom Mindestlohn befreien – doch die Kritik wächst

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Ein Plakat mit zwei Personen vor einer Berglandschaft und dem Text "Was unser Freihandel bedeutet - Britischer Granit-Arbeiter - Die faire Lohnklausel ist in Ordnung, aber ich will Arbeit".Admin User

Bewerbung zum Bundesparteitag: CDU fordert Mindestlohn-Ausnahmen für Saisonarbeiter - CDU will Saisonarbeiter vom Mindestlohn befreien – doch die Kritik wächst

Die Christlich Demokratische Union (CDU) setzt sich dafür ein, Saisonarbeitskräfte in der Landwirtschaft vom Mindestlohn auszunehmen. Der Vorschlag hat eine Debatte ausgelöst: Befürworter argumentieren, dass dies mehr Arbeitnehmern in stoßreichen Erntezeiten zu Jobs verhelfen könnte. Kritiker warnen jedoch, dass die Löhne dann so niedrig ausfallen könnten, dass die Arbeiter davon nicht leben können.

Erstmals an Fahrt aufgenommen hatte die Idee, als Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) Signalbereitschaft für eine solche Ausnahme zeigte. Seine Äußerungen fielen in eine Phase, in der der Deutsche Bauernverband forderte, den Lohn für Saisonkräfte auf 80 Prozent des gesetzlichen Mindestlohns zu begrenzen. Unterstützer betonen, dass dies Landwirten die Einstellung zusätzlicher Arbeitskräfte in Spitzenzeiten erleichtern würde.

Eine spätere juristische Prüfung ergab jedoch, dass eine vollständige Befreiung der Saisonarbeiter vom Mindestlohn voraussichtlich nicht umsetzbar wäre. Der Vorschlag zielt speziell auf Beschäftigte ab, die nur während der hektischen Erntephasen – und nicht in Vollzeit – arbeiten. Manuel Hagel, Landesvorsitzender der CDU in Baden-Württemberg, ist seit seiner Wahl im November 2023 eine der prägenden Stimmen in der Diskussion.

Widerstand kam prompt von den Sozialdemokraten (SPD). Generalsekretär Tim Klüssendorf betonte, der Mindestlohn diene dazu, Menschen vor Armut zu schützen. Der Streit verdeutlicht die Spannung zwischen der Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe und dem Schutz der Lebensgrundlage der Arbeitnehmer.

Die Debatte um die Bezahlung von Saisonkräften bleibt ungelöst. Während die einen in niedrigeren Löhnen ein Mittel sehen, mehr Arbeitsplätze zu schaffen, bestehen andere darauf, dass dies faire Einkommen untergräbt. Die rechtlichen Hürden und der politische Widerstand deuten darauf hin, dass mögliche Änderungen auf erhebliche Hindernisse stoßen werden.