Wirtschaftliche Risiken drohen: Warum Deutschlands Fachkräftemangel ohne syrische Geflüchtete wächst
Luisa BrandtWirtschaftliche Risiken drohen: Warum Deutschlands Fachkräftemangel ohne syrische Geflüchtete wächst
Deutschland drohen wirtschaftliche Risiken durch Abwanderung syrischer Geflüchteter
Sollten große Zahlen syrischer Geflüchteter Deutschland verlassen, könnte das erhebliche wirtschaftliche Folgen haben. Expertinnen und Experten warnen, dass ein solcher Wegzug die Arbeitskräfte schwächen und das Wachstum bremsen würde. Die Debatte entstand nach einer Aussage von Bundeskanzler Friedrich Merz, wonach 80 Prozent der in Deutschland lebenden Syrerinnen und Syrer innerhalb von drei Jahren in ihre Heimat zurückkehren würden.
Laut offiziellen Zahlen lebten 2024 rund 936.000 syrische Staatsbürger in Deutschland, größtenteils Geflüchtete des Bürgerkriegs. Die Zahl erreichte mit knapp 944.000 ihren Höchststand, sank jedoch durch Einbürgerungen – zwischen 2021 und 2024 erhielten über 226.000 die deutsche Staatsangehörigkeit.
Wirtschaftsforschende betonen, dass eine Massenabwanderung der deutschen Wirtschaft schaden würde. Timo Wollmershäuser vom ifo Institut wies darauf hin, dass die jüngere Zuwanderung den demografischen Rückgang verzögert habe. Ein plötzlicher Wegzug vieler Syrerinnen und Syrer – von denen viele inzwischen in den Arbeitsmarkt integriert sind – würde die Produktionskapazitäten verringern.
Geraldine Dany-Knedlik vom DIW Berlin teilte diese Bedenken. Selbst eine größere Rückkehroffe syrischer Geflüchteter würde das ohnehin schwache Wachstumspotenzial Deutschlands zusätzlich belasten. Führende Institute zweifeln die Umsetzbarkeit von Merz' Prognose an und verweisen auf wirtschaftliche und soziale Hürden für eine groß angelegte Rückkehr.
Der Verlust syrischer Arbeitskräfte könnte den Fachkräftemangel verschärfen und die Wirtschaftsleistung dämpfen. Da viele bereits beschäftigt sind und zum Arbeitsmarkt beitragen, würde ihr Fehlen Lücken in Schlüsselbranchen hinterlassen. Die Politik steht nun vor der Herausforderung, Integrationsbemühungen mit demografischen und wachstumspolitischen Erfordernissen in Einklang zu bringen.






