04 April 2026, 00:51

Tübingen kämpft gegen verrottende Telefonzellen – und die Telekom zögert

Eine Stadtstraße mit Fahrzeugen, Strommasten, Laternen, einer Ampel auf der linken Seite, Gebäuden, Bäumen und dem Himmel im Hintergrund sowie einem abbruchreifen Gebäude im Vordergrund.

Defekte Telefonzellen: Tübingen will von der Deutschen Telekom Geld - Tübingen kämpft gegen verrottende Telefonzellen – und die Telekom zögert

Deutschlands letzte 12.000 öffentlichen Telefonzellen wurden zu Beginn des Jahres 2023 von der Deutschen Telekom offiziell außer Betrieb genommen. Doch viele dieser veralteten Kabinen stehen noch immer – die Beseitigung verzögert sich bundesweit. In Tübingen wächst die Verärgerung, da kaputte Telefonhäuschen weiterhin verstreut in der Stadt stehen, besonders in der historischen Altstadt.

Die Deutsche Telekom hatte sich selbst eine Frist bis Ende 2025 gesetzt, um alle stillgelegten Telefonzellen zu entfernen. Doch der Prozess stockt wegen langwieriger Genehmigungsverfahren mit den lokalen Behörden. Tübingen, wo noch 13 ungenutzte Telefonkabinen stehen – sechs davon in der Altstadt –, verzeichnet kaum Fortschritte.

Der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer kritisierte das schleppende Tempo scharf und bezeichnete die verlassenen Häuschen als "Schandfleck", der "das Stadtbild ruiniert". Der Leiter des Tübinger Rathauses ging noch weiter: Er äußerte Empörung über den "Schutt", der zurückbleibe, und drohte damit, der Deutschen Telekom die anhaltenden Beeinträchtigungen in Rechnung zu stellen.

Trotz der Abschaltung der Dienste ist die physische Entfernung der Kabinen noch nicht abgeschlossen. An einigen Standorten wartet man noch auf die Räumung, sodass leere oder beschädigte Bauwerke zurückbleiben.

Die Beseitigung der letzten Telefonzellen Deutschlands zieht sich hin – Tübingen gehört zu den am stärksten betroffenen Städten. Die lokalen Behörden prüfen nun rechtliche Schritte, um die Deutsche Telekom zu schnellerem Handeln zu bewegen. Bis dahin bleiben die stillgelegten Kabinen ein ungelöstes Problem im öffentlichen Raum.

AKTUALISIERUNG

Telekom's plan to repurpose booths sparks delays across Germany

The slow removal of Tübingen's abandoned phone booths is part of a broader national trend. Deutsche Telekom plans to convert 25% of sites into small cell antennas for mobile signal boosters, explaining prolonged delays. In Bochum, only half of 43 power shutdowns were completed by August 2024, while Düsseldorf retains empty booth frames as 'sad remnants'. The company aims to finish all removals by 2026, but local frustrations persist.