Tarifabschluss im öffentlichen Dienst Baden-Württembergs bringt mehr Lohn für 110.000 Beschäftigte
Luisa BrandtTarifabschluss im öffentlichen Dienst Baden-Württembergs bringt mehr Lohn für 110.000 Beschäftigte
Beschäftigte im öffentlichen Dienst Baden-Württembergs erzielen nach wochenlangen Verhandlungen neuen Tarifabschluss
Nach wochenlangen Verhandlungen haben sich die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes in Baden-Württemberg auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt. Dem Deal gingen wiederholte Warnstreiks voraus, die bereits Anfang Dezember begonnen hatten. Von der Einigung profitieren tausende Angestellte im gesamten Bundesland.
Die Gespräche hatten im Dezember begonnen, nachdem Gewerkschaften höhere Löhne gefordert hatten. Der Abschluss betrifft direkt rund 110.000 Beschäftigte, während weitere 194.000 Beamte indirekt davon berührt werden. Mitarbeiter der vier Universitätskliniken bleiben jedoch außerhalb des Tarifvertrags.
Konkrete Verbesserungen für die Beschäftigten Laut dem neuen Vertrag erhalten alle Angestellten mindestens 100 Euro mehr pro Monat. Für Nachwuchskräfte fällt die Erhöhung mit zusätzlich 150 Euro noch höher aus. Die Lohnerhöhungen werden über einen Zeitraum von 27 Monaten schrittweise umgesetzt und enden am 31. Januar 2028.
Von der Vereinbarung profitieren auch etwa 10.000 Beschäftigte in sieben psychiatrischen Zentren an neun Standorten. Maike Schollenberger, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Verdi, bezeichnete das Ergebnis als "wichtigen Schritt für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst".
Finanzielle Entlastung – aber nicht für alle Der Tarifabschluss bringt für 110.000 Beschäftigte in Baden-Württemberg spürbare Verbesserungen. Die Gehaltserhöhungen werden schrittweise bis Anfang 2028 eingeführt, wobei Nachwuchskräfte am stärksten profitieren. Nicht enthalten sind jedoch die Mitarbeiter der Universitätskliniken, für die separate Regelungen gelten.
Verzögerung im Parlament verschiebt Gehaltserhöhungen für Beamte
Die Umsetzung von Gehaltserhöhungen für Beamte in Baden-Württemberg wurde aufgrund der bevorstehenden Landtagswahl am 8. März 2026 verzögert. Die Landesregierung hatte geplant, die Tarifvereinbarung auf die Besoldung der Beamten auszudehnen, doch die Wahl führt zu verfahrenstechnischen Verzögerungen. Dies betrifft 194.000 Beamte und 154.000 Rentner, die indirekt von der jüngsten Vereinbarung betroffen sind. Meanwhile, die Gesamtkosten der Vereinbarung für die Jahre 2026-2028 bleiben bei 3,6 Milliarden Euro.
