Spritpreise treiben Deutsche ins Homeoffice – doch reicht das gegen die Kosten?
Luisa BrandtSpritpreise treiben Deutsche ins Homeoffice – doch reicht das gegen die Kosten?
Steigende Spritpreise treiben mehr deutsche Büroangestellte ins Homeoffice
Fast jeder fünfte Arbeitnehmer in Deutschland arbeitet mittlerweile häufiger von zu Hause aus, um die hohen Pendelkosten zu sparen. Angesichts weiter steigender Preise für Benzin und Diesel fordern Beschäftigte und Gewerkschaften mehr Flexibilität bei der Arbeitsplatzwahl.
Rund zehn Millionen Deutsche pendeln täglich mit dem Auto zur Arbeit – die meisten mit Benzin- oder Dieselfahrzeugen. Würden sie nur einen zusätzlichen Tag pro Woche im Homeoffice arbeiten, könnte das Land etwa 32 Millionen Liter Kraftstoff einsparen.
Umfragen zeigen eine deutliche Zustimmung zu Remote Work als Sparmaßnahme: 72 Prozent der Autopendler halten das Arbeiten von zu Hause aus für finanziell sinnvoll. Fast zwei Drittel der Büromitarbeiter sind zudem der Meinung, dass die hohen Spritpreise mehr Homeoffice-Tage rechtfertigen.
Aktuell arbeiten Angestellte im Schnitt 1,9 Tage pro Woche von zu Hause aus – viele wünschen sich jedoch 2,8 Tage. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) drängt nun die Arbeitgeber, die Möglichkeiten für Remote Work auszuweiten.
Auch die Regierung unternimmt Schritte, um die Belastung zu verringern: Geplant sind freiwillige Entlastungsboni für Beschäftigte sowie eine Senkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe. Gleichzeitig hat die EU-Kommission einen verpflichtenden Homeoffice-Tag vorgeschlagen, um die Ölkrise zu bewältigen.
Wirtschaftsverbände in Berlin-Brandenburg lehnen staatlich verordnete Homeoffice-Regeln zwar ab, zeigen sich aber offen für betriebliche Lösungen mit mehr Flexibilität.
Da die Spritpreise hoch bleiben, gewinnt die Verbreitung von Remote Work weiter an Fahrt. Beschäftigte, Gewerkschaften und Politiker treiben die Veränderungen voran, um die Kosten zu senken. Bisher setzen Deutschland vor allem auf freiwillige Maßnahmen und steuerliche Entlastungen.






