KI bringt tote Musiklegenden wie Amy Winehouse auf die Bühne zurück – ist das respektlos oder revolutionär?
Ella HofmannKI bringt tote Musiklegenden wie Amy Winehouse auf die Bühne zurück – ist das respektlos oder revolutionär?
Eine umstrittene neue TV-Show bringt verstorbene Musiklegenden mit KI auf die Bühne zurück
Am 25. April feiert die Sendung Staying Alive – Stars singen mit Legenden Premiere und präsentiert Duette zwischen lebenden Künstlern und digital wiederbelebten Stars wie Elvis Presley und Whitney Houston. Kritiker bezeichnen das Konzept bereits als beunruhigend – besonders die Einbindung von Amy Winehouse.
Ein weiteres Format des angeschlagenen Medienkonzerns ProSiebenSat.1, Fiebertraum, setzt ebenfalls auf KI, um ein Duett zwischen dem deutschen Popstar Sasha und der verstorbenen Winehouse zu inszenieren. Beide Shows kommen zu einer Zeit, in der der kämpfende Sender mit Quotenerfolgen seine Zukunft sichern will.
Die Produktionsfirma Endemol Shine engagierte Doubles, die die verstorbenen Stars auf der Bühne verkörpern. Zuerst wurden deren Gesangsaufnahmen gemacht, dann mit KI so bearbeitet, dass sie den Originalstimmen ähneln. Auch die Gesichter der Doubles wurden digital verändert, um den ikonischen Look der Legenden für die Zuschauer zu Hause nachzubilden.
Die Entscheidung, Amy Winehouse digital wiederzubeleben, stößt auf scharfe Kritik. Viele werfen dem Sender vor, ihr Bild respektlos und ausbeuterisch zu vermarkten. Trotz der Empörung scheint ProSiebenSat.1 die Kontroverse gezielt zu nutzen – in der Hoffnung, damit Aufmerksamkeit zu generieren und Zuschauer anzulocken.
Der Medienkonzern steht unter massivem finanziellen Druck. Schwache Quoten bringen das Unternehmen in Existenznot, und die Führung setzt auf die spektakulären KI-Shows, um die Wende zu schaffen. Während Fiebertraum Sasha mit Winehouses digitalem Abbild zeigt, verspricht Staying Alive Duette mit Freddie Mercury, Elvis und anderen Legenden.
Endemol Shine gibt offen zu, dass die Shows polarisieren könnten. Statt sich zurückzuhalten, nutzt das Unternehmen die ethische Debatte offenbar als Marketinginstrument, um das Interesse an den Formaten zu steigern.
Beide Sendungen gehen in den kommenden Wochen auf Sendung, Staying Alive startet am 25. April. Die Auftritte kombinieren mithilfe von KI die Stimmen und Erscheinungsbilder lebender Künstler mit digitalen Rekonstruktionen der Verstorbenen. Ob das Risiko für ProSiebenSat.1 aufgeht, hängt davon ab, ob die Zuschauer einschalten – oder abschalten.






