Apotheker protestieren gegen Kostenexplosion – doch Baden-Württemberg blockt die Aktion
Ella HofmannApotheker protestieren gegen Kostenexplosion – doch Baden-Württemberg blockt die Aktion
Apotheken in ganz Deutschland sollten am 23. März schließen – als Teil eines bundesweiten Protests gegen steigende Kosten und stagnierende Vergütungen. Doch in Baden-Württemberg verhinderte die Landesregierung die Aktion und löste damit Wut unter den Apothekern aus. Einige, wie Daniel Hölzle, setzen ihren Protest trotzdem fort – trotz des Verbots.
Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) hatte zu einem Protesttag am 23. März aufgerufen, an dem Apotheken – mit Ausnahme von Notdiensten – geschlossen bleiben und in Städten wie Düsseldorf, Berlin und München Kundgebungen stattfinden sollten. Der Verband verwies auf einen Anstieg der Kosten um 65 Prozent innerhalb von 13 Jahren, während die Vergütung auf demselben Niveau blieb. Ohne Gegenmaßnahmen drohten weitere Schließungen, die die Patientenversorgung gefährden würden. In den meisten Bundesländern, darunter Nordrhein-Westfalen und Brandenburg, wurden die Schließungen unter dem Motto "Stoppt Apothekensterben – setzt den Koalitionsvertrag um" wie geplant umgesetzt.
Das Sozialministerium in Baden-Württemberg jedoch untersagte die Schließungen. Der Landesapothekerverband (LAV) sagte daraufhin die geplante Aktion ab – was bei vielen Apothekern auf Unverständnis stieß. Ariel Wagner, Pharmazeutisch-technische Assistentin, bezeichnete das Vorgehen des Ministeriums als Verrat: Es habe den engagierten Protestierenden "den Stecker gezogen".
Daniel Hölzle, Inhaber zweier Apotheken in Konstanz und Singen, kritisierte, dass die Apothekerverbände im Land die Entscheidung des Ministeriums nicht juristisch anfochten. Seine Tiergarten-Apotheke bleibt am 23. März geschlossen, während seine Kaufland-Apotheke nur mit reduzierten Öffnungszeiten öffnet. Um weiter Druck auszuüben, plant Hölzle, in lokalen Medien wie dem Südkurier über die Ziele des Protests zu informieren.
Wagner fragte sich, warum Baden-Württemberg sich von der bundesweit abgestimmten Haltung der ABDA absetze. Durch das Eingreifen des Ministeriums fühlen sich viele in der Branche isoliert – während anderswo die Proteste weitergehen.
Das Verbot des Ministeriums hat die Apotheker in Baden-Württemberg vom bundesweiten Protest abgespalten. Einige, wie Hölzle, widersetzen sich der Anordnung, andere mussten ihre Pläne absagen. Der Streit eskaliert, während die ABDA warnt: Ohne finanzielle Entlastung könnten weitere Apotheken schließen – mit Folgen für die Arzneimittelversorgung der Patienten.






