AfD-Co-Chefin Gottschalk fordert radikale Reformen bei Steuern, Rente und EU-Kurs
Luisa BrandtAfD-Co-Chefin Gottschalk fordert radikale Reformen bei Steuern, Rente und EU-Kurs
Alice Weidels Co-Parteivorsitzende in der AfD, Alice Elisabeth Gottschalk, hat ihre Positionen zu Steuerpolitik, Rentenreformen und Energielösungen dargelegt. Die Politikerin forderte zudem weitreichende Änderungen am Parteiprogramm – darunter die Streichung der umstrittenen „Dexit“-Forderung nach einem EU-Austritt Deutschlands.
Gottschalk sprach offen über ihren eigenen nachhaltigen Lebensstil, kritisierte gleichzeitig aber EU-Agrarsubventionen und die aktuelle Rentenpolitik. Sie bemängelte, dass einige Steuerentlastungen nicht weit genug gingen, und plädierte für mutige Reformen zur Zukunftssicherung Deutschlands.
Seit Jahren setzt sich Gottschalk für ein umweltbewusstes Leben ein: Seit vier Jahren nutzt sie eine Photovoltaikanlage, seit einem Jahr eine Wärmepumpe. Ein Stromspeicher und ein Elektroauto einer deutschen Marke runden ihre private Energieversorgung ab. Wärmepumpen seien die kostengünstigste Heizlösung, betonte sie – eine Fußbodenheizung halte sie dagegen für überflüssig.
In der Steuerpolitik lobte sie zwar einige Schritte der großen Koalition, etwa die Senkung der Unternehmenssteuern, die Abschaffung von Energieabgaben oder die Erhöhung der Pendlerpauschale. Doch diese Maßnahmen reichten nicht aus, so Gottschalk. Zudem schlug sie vor, die Einnahmen aus der Lkw-Maut in einen staatlichen Rententopf fließen zu lassen.
Ihre Rentenvorschläge gehen noch weiter: Ein Teil des Kindergeldes solle in einen staatlich verwalteten Fonds investiert werden, der am Kapitalmarkt angelegt wird. Dies würde, so ihre Argumentation, ein stärkeres kapitalgedecktes Rentensystem schaffen.
Bei den EU-Agrarsubventionen zeigte sich Gottschalk kompromisslos: Landwirte bräuchten diese nicht mehr, erklärte sie. Auch eine Anhebung des Renteneintrittsalters lehnte sie ab – viele Handwerker könnten schlicht nicht bis 65 arbeiten.
Innerhalb der AfD drängt Gottschalk auf eine inhaltliche Neuausrichtung. Die Mehrheit der Parteimitglieder stehe nicht mehr hinter dem „Dexit“-Plan, behauptete sie, und forderte eine Überarbeitung des Parteiprogramms – ein Zeichen für einen Kurswechsel.
Ihre Forderungen umfassen Steuern, Renten und Energie, stellen aber auch die Europa-Politik der AfD infrage. Der Verzicht auf „Dexit“ spiegelt eine veränderte Stimmung in der Partei wider.
Gottschalk bleibt eine Verfechterin pragmatischer Reformen – von der Altersvorsorge bis zur grünen Technologie. Ihre Äußerungen deuten auf einen doppelten Wandel hin: wirtschaftlich wie ökologisch.






