Wirtschaftsexperte Truger warnt vor globaler Krise durch explodierende Preise
Miriam WolfWirtschaftsexperte Truger warnt vor globaler Krise durch explodierende Preise
Deutschlands führender Wirtschaftsexperte Achim Truger warnt vor einer drohenden globalen Krise, die durch steigende Preise angetrieben wird. In einem Beitrag für das Magazin Surplus fordert er dringende Maßnahmen, um wirtschaftliche Instabilität abzuwenden – darunter die Aussetzung der Schuldenregeln und gezielte Preiskontrollen.
Trugers Vorschläge zielen darauf ab, die finanzielle Belastung zu verringern, ohne die Inflation weiter anzuheizen. Er schlägt einen temporären Inflationsausgleichsbonus vor, der steuer- und sozialabgabenfrei ausgezahlt werden soll. Damit könnten Haushalte direkt entlastet werden, ohne die Gesamtwirtschaft zusätzlich zu belasten.
Zudem plädiert er für die Wiedereinführung von Preisbremsen bei Grundgütern wie Gas, Öl und Strom. Solche Maßnahmen würden seiner Meinung nach übermäßige Kostenexplosionen verhindern und Energie bezahlbar halten. Zur Finanzierung dieser Schritte regt Truger an, die Notfallklausel der Schuldenbremse für gezielte, kurzfristige Hilfen zu nutzen.
Über nationale Lösungen hinaus betont er die Notwendigkeit einer EU-weiten Zusammenarbeit. Als Vorbild nennt er das NextGenerationEU-Programm, das während der Pandemie mit 806,9 Milliarden Euro an Zuschüssen und Krediten half. Ein ähnlicher Ansatz, so Truger, könnte Mitgliedstaaten mit schwächeren Haushalten unterstützen. Die Aussetzung von Fiskalregeln wie dem Stabilitäts- und Wachstumspakt würde gemeinsame Kreditaufnahmen ermöglichen – analog zu früheren Krisenreaktionen.
Gleichzeitig warnt Truger vor unötigen Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank. Höhere Leitzinsen, argumentiert er, könnten die wirtschaftliche Erholung abwürgen. Stattdessen fordert er eine gemeinsame Anstrengung von Regierungen und Sozialpartnern, um eine Lohn-Preis-Spirale zu verhindern.
Trugers Konzept soll die Volkswirtschaften vor den Folgen des Preisschocks durch den Golfkonflikt schützen. Sein Plan kombiniert Schuldenflexibilität, Preiskontrollen und EU-Solidarität, um die Märkte zu stabilisieren. Ohne solche Schritte, so seine Warnung, bleibe das Risiko einer tieferen Krise bestehen.






