20 March 2026, 08:10

Wie das Meer Norddeutschlands Musik und Erinnerungen für immer prägte

Altes Buchcover mit einem vintage-Schiff mit wehenden Segeln auf dem Wasser, Text in klassischer Schriftart, gedämpfte Farben.

Wie das Meer Norddeutschlands Musik und Erinnerungen für immer prägte

Das Meer hat seit jeher Musik, Film und Erinnerung geprägt – besonders in Norddeutschland. Für einen in Kiel geborenen Schriftsteller wurde der tägliche Anblick der Schiffe in der Nähe der Howaldtswerken-Werft zur lebenslangen Faszination. Diese Verbindung vertiefte sich durch Seemannslieder, Schifferchöre und den goldenen Glanz von Schauspielern wie Hans Albers.

Aufgewachsen in der Nähe der belebten Kieler Hafenanlagen, beobachtete der Autor, wie Marineschiffe wie die Gorch Fock vor Anker gingen – jedes Mal ein Moment, der ihm den Puls beschleunigte. Der Rhythmus der Werften und die aufragenden Masten der Segelschiffe prägten seine Welt. Ein bleibendes Symbol ist die Padua, Hamburgs letzter großer Windjammer, der heute als russisches Schulschiff Krusenstern noch immer in See sticht – eine lebendige Verbindung zur maritimen Geschichte.

Zu Hause hallten Seemannslieder wider, von Hans Albers' rauchiger Stimme bis zu Freddy Quinns mitreißenden Melodien. Albers, der "blonde Hans" und ein Filmstar der 1940er-Jahre, spielte in Große Freiheit Nr. 7 (1944) den Seemann Hannes Kröger, der sich nach den weiten Wellen sehnt. Seine Lieder, wie auch die von Lale Andersen, machten die Sehnsucht nach dem Meer zur Kunst. Selbst im Kirchenchor des Autors gab es eine Überraschung: Ein Bassist, dessen tiefe Stimme auch im Lotsen-Gesangverein erklang – einem Lotsenchor, der tief in der seemännischen Tradition verwurzelt ist.

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Zu dieser Tradition gehörte der Knurrhahn – ein kehliger Hahnenschrei, der den Beginn der Seemannslieder markierte. Entstanden im frühen 20. Jahrhundert in Wilhelmshaven und Bremerhaven, verbreitete sich der Brauch unter Nordseefischern und Marinebesatzungen. Chöre wie der Knurrhahnchor Wilhelmshaven (gegründet 1919) oder der Elbphilharmonie-Shanty-Chor in Hamburg hielten die Tradition am Leben und verbanden volksnahe Derbheit mit maritimem Stolz.

Von den Kieler Werften bis zu Hamburgs letztem Windjammer wirkt die Anziehungskraft des Meeres in Musik und Erinnerung nach. Das Knurren eines Knurrhahns, der Schwung eines Shantys oder Albers' filmische Sehnsucht – alles führt zurück zu echten Schiffen und echten Stimmen. Diese Traditionen hallen noch heute wider, sei es im Takelwerk eines russischen Schulschiffs oder in den tiefen, salzdurchtränkten Harmonien eines Chors.

Quelle