Christian Ulmen in schwerer Krise: Ex-Frau wirft ihm jahrelange digitale Manipulation vor
Miriam WolfChristian Ulmen in schwerer Krise: Ex-Frau wirft ihm jahrelange digitale Manipulation vor
Schauspieler und Komiker Christian Ulmen sieht sich schweren Vorwürfen seiner Ex-Frau, Collien Fernandes, ausgesetzt. Sie wirft ihm vor, über ein Jahrzehnt hinweg gefälschte Online-Profile unter ihrem Namen erstellt, explizite Inhalte verbreitet und virtuelle Täuschungen begangen zu haben. Die Anschuldigungen haben die Kritik an seinen früheren TV-Rollen neu entfacht, in denen oft frauenfeindliches Verhalten im Mittelpunkt stand.
Eine seiner umstrittensten Sendungen, Mein neuer Freund, lief Mitte der 2000er-Jahre auf ProSieben. Darin spielte Ulmen eine Reihe schrecklicher Freunde – jeder demütigender als der vorherige –, während Frauen für einen Geldpreis Erniedrigungen über sich ergehen lassen mussten.
Fernandes' detaillierte Schilderungen beschreiben ein Muster der Manipulation. Sie behauptet, Ulmen habe sie online impersoniert, pornografisches Material unter ihrem Namen veröffentlicht und sogar Telefonssex geführt, während er vorgab, sie zu sein. Ihr Anwalt bezeichnet diese Handlungen als "virtuelle Vergewaltigung" – ein Begriff, der inzwischen mit dem Leitspruch der Missbrauchsüberlebenden Gisèle Pelicot verknüpft wird: "Die Scham muss die Seite wechseln."
Die Vorwürfe lenken die Aufmerksamkeit erneut auf Ulmens frühere Arbeiten. In Wer will meine Freundin vögeln? moderierte er eine Spielshow, in der Männer darum wetteiferten, wer die "heißeste" Freundin hatte, und diese dabei erniedrigenden Herausforderungen aussetzten. Eine weitere berüchtigte Figur war Alexander von Eich – ein snobistischer Aristokrat, der seiner Freundin mit einem Stock Befehle bellte und sie "Franziskarrrrr!" nannte.
Als Ulmen und Fernandes ihre Beziehung 2010 öffentlich machten, fragten sich manche Kritiker, warum eine angesehene Intellektuelle wie sie sich mit einem ehemaligen Viva-Moderator einließ. Nun deuten ihre Anschuldigungen auf eine düstere Dynamik hinter den Kulissen hin.
Stand 20. März 2026 haben Fernandes' Ende 2025 in Palma de Mallorca eingereichte Beschwerde noch keine rechtlichen Verurteilungen zur Folge. Ein Gericht leitete zwar Vorermittlungen wegen Identitätsmissbrauchs, Beleidigung und Körperverletzung ein, Anklagen wurden jedoch bisher nicht erhoben. ProSiebenSat.1 nahm eine von Ulmens Serien aus dem Programm, während sein Anwalt ankündigte, gegen den Spiegel wegen dessen Berichterstattung zu klagen. Einige Werbepartner distanzierten sich, weitere öffentliche Konsequenzen blieben jedoch aus.
Der Fall befindet sich noch in der vorläufigen Prüfung, ohne dass bisher formelle Anklagen oder Sanktionen verhängt wurden. Fernandes' Vorwürfe veranlassen Medien und ehemalige Partner jedoch, Ulmens Karriere neu zu bewerten – insbesondere seine Geschichte, demütigende Männerfiguren zu spielen. Bisher beschränken sich die konkreten Reaktionen auf die Absetzung einer Serie, angedrohte Klagen und einige gekündigte Geschäftskontakte.






