11 April 2026, 14:12

Warum Unternehmen trotz Fachkräftemangel Stellen nicht besetzen können

Eine Liniengrafik, die Trends bei insgesamt Arbeitslosen, Stellenangeboten und Kündigungen zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Warum Unternehmen trotz Fachkräftemangel Stellen nicht besetzen können

Viele Unternehmen haben trotz steigenden Personalbedarfs Schwierigkeiten, offene Stellen zu besetzen. Studien zufolge liegt das Hauptproblem darin, wie Firmen die Löhne festsetzen – oft zu niedrig, um Bewerber anzulocken. Eine aktuelle Untersuchung zeigt, dass Unternehmen den tatsächlichen Wert freier Positionen häufig falsch einschätzen, was zu langwierigen Einstellungsproblemen führt.

Daten der Bundesagentur für Arbeit belegen, dass besonders wachsende Unternehmen mit Rekrutierungsschwierigkeiten zu kämpfen haben. Im Januar 2026 gaben 88 Prozent der Kleinbetriebe an, kaum oder gar keine qualifizierten Bewerber zu finden. Das Problem scheint bei Firmen mit weniger konzentrierten Belegschaften ausgeprägter zu sein, wo die Stellen weniger zentral für die Kerngeschäfte sind.

Ökonomische Theorien legen nahe, dass höhere Löhne diese Probleme lösen könnten. Doch viele Unternehmen sträuben sich dagegen. Manche fürchten, dass höhere Gehälter in Stellenausschreibungen bestehende Mitarbeiter zu Forderungen nach Lohnerhöhungen veranlassen könnten. Andere zögern, weil eine spätere Senkung der Löhne kaum möglich ist, sobald sie einmal festgelegt wurden.

Benjamin Friedrich, Associate Professor für Strategie an der Kellogg School of Management, argumentiert, dass Unternehmen die Löhne erhöhen sollten, um Fachkräfte zu gewinnen. Er weist darauf hin, dass Firmen oft entscheidende Informationen über konkurrierende Jobangebote fehlen, was zu einer Unterbezahlung führt. Besonders kleine Unternehmen kämpfen mit diesen Informationslücken, was die Festlegung wettbewerbsfähiger Gehälter erschwert.

Das in der Studie entwickelte Modell sagt zudem voraus, dass Unternehmen bei weniger zentralen Positionen langsamer bei der Lohnanpassung sein werden. Investitionen in Tools zur Lohnmarktforschung könnten Unternehmen helfen, bessere Einstellungsentscheidungen zu treffen, indem sie klarere Daten zu marktüblichen Vergütungen liefern.

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Die Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass die Einstellungsprobleme größtenteils auf das mangelnde Verständnis der Unternehmen für Lohnerwartungen zurückzuführen sind. Ohne präzise Informationen setzen Firmen die Bezahlung zu niedrig an und scheitern daran, Arbeitskräfte zu gewinnen. Eine Lösung dieses Problems könnte die Rekrutierungslücken verringern und die Stabilität der Belegschaften verbessern.

Quelle