Wacker Chemie schreibt 2025 tiefrote Zahlen mit 805 Millionen Euro Verlust
Ella HofmannWacker Chemie schreibt 2025 tiefrote Zahlen mit 805 Millionen Euro Verlust
Wacker Chemie verzeichnet ein schwieriges Geschäftsjahr 2025 mit einem Nettoverlust von 805 Millionen Euro
Die Wacker Chemie AG hat für das Jahr 2025 ein herausforderndes Geschäftsergebnis gemeldet: Das Unternehmen verbuchte einen Nettoverlust von 805 Millionen Euro. Der Rückgang folgt auf einen deutlichen Einbruch bei Erträgen und Umsätzen, verursacht durch schwache Nachfrage, hohe Energiekosten und erhebliche Abschreibungen. Als Reaktion treibt der Konzern nun umfangreiche Kostensenkungsmaßnahmen voran und setzt stärker auf Wachstumsmärkte.
Der Umsatz des Unternehmens sank 2025 um 4 Prozent auf 5,49 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern sowie Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte (EBITDA) brach um 43 Prozent auf 427 Millionen Euro ein. Für den starken Rückgang machte das Unternehmen geringere Absatzmengen, gesunkene Preise und nicht ausgelastete Produktionskapazitäten verantwortlich – hinzu kamen die weiterhin hohen Energiekosten in Deutschland.
Sonderbelastungen und Abschreibungen in Höhe von rund 600 Millionen Euro drückten das Unternehmen schließlich in die Verlustzone. Daraufhin werden Vorstand und Aufsichtsrat auf der anstehenden Hauptversammlung vorschlagen, für 2025 keine Dividende auszuschütten.
Als Gegenmaßnahme startete Wacker Chemie im Oktober 2025 sein bisher größtes Sparprogramm mit dem Namen PACE. Damit sollen die jährlichen Kosten um mehr als 300 Millionen Euro gesenkt werden – verbunden mit dem Abbau von über 1.500 Arbeitsplätzen weltweit, vor allem in Deutschland.
Trotz der finanziellen Schwierigkeiten hat das Unternehmen seine Position im Polysilizium-Markt für Halbleiter gestärkt. Innerhalb der letzten drei Jahre steigerte es seinen globalen Marktanteil von etwa 15 auf 22 Prozent. Dieser Zuwachs geht auf Kapazitätserweiterungen am Standort Nünchritz sowie die Konzentration auf hochreine Materialien zurück, die der wachsenden Nachfrage der Chipindustrie entgegenkommen. Wettbewerber wie Tokuyama verloren hingegen Marktanteile aufgrund von Produktionsproblemen, während sich die Investitionen von Wacker auszahlten.
Für 2026 erwartet der Konzern eine leichte Erholung. Im ersten Quartal wird mit einem Umsatz von rund 1,35 Milliarden Euro und einem EBITDA zwischen 140 und 160 Millionen Euro gerechnet. Für das gesamte Jahr prognostiziert das Unternehmen ein niedriges einstelliges Umsatzwachstum sowie ein EBITDA in der Spanne von 550 bis 700 Millionen Euro.
Langfristig setzt Wacker Chemie auf Spezialprodukte, Halbleitermaterialien und biotechnologische Innovationen. Die Unternehmensführung geht davon aus, dass diese Bereiche in den kommenden Jahren zu einer Rückkehr zu profitablen Wachstum führen werden.
Die Ergebnisse für 2025 spiegeln ein schwieriges Umfeld wider: sinkende Absätze, hohe Kosten und umfangreiche Restrukturierungsaufwendungen. Nun konzentriert sich das Unternehmen auf Kostensenkungen und hochmargige Segmente, um die Finanzen zu stabilisieren. Gelingt dieser Wandel hin zu Halbleitern und Biotechnologie, könnte dies die Grundlage für künftiges Wachstum legen.






