Von Sternkundigen zu Königen: Die rätselhafte Geschichte der Heiligen Drei Könige

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Ein Buch mit einer Abbildung von Menschen und Text auf dem Cover.Admin User

Die drei Weisen Caspar, Melchior und Balthasar: Wer sind sie? - Von Sternkundigen zu Königen: Die rätselhafte Geschichte der Heiligen Drei Könige

Die Heiligen Drei Könige, oft auch als die Weisen aus dem Morgenland bezeichnet, sind ein zentraler Bestandteil der Weihnachtsradition. Ihre Namen – Caspar, Melchior und Balthasar – wurden im sechsten Jahrhundert weit bekannt. Doch ihre Geschichte findet sich nicht in der Bibel, und ihr heutiges Bild entwickelte sich erst viel später.

Das Neue Testament spricht lediglich von Magoi – Sternkundigen oder Gelehrten –, die dem Jesuskind Gaben überbringen. Ihre Anzahl, ihre Identität und ein möglicher königlicher Status werden nicht genannt. Mit der Zeit führten die Gaben Gold, Weihrauch und Myrrhe zur Vorstellung von drei Gestalten, die später die Namen Melchior, Caspar und Balthasar erhielten.

Im Mittelalter wurden diese Männer als Könige dargestellt, beeinflusst von Prophezeiungen des Alten Testaments. Ihre angeblichen Gebeine gelangten von Konstantinopel nach Mailand und schließlich im Jahr 1164 in den Kölner Dom. Kaiser Friedrich Barbarossa und Erzbischof Rainald von Dassel organisierten die Überführung, wodurch der Schrein zu einem bedeutenden Wallfahrtsort wurde. Einer der Könige wird oft mit dunkler Hautfarbe abgebildet – ein Ausdruck mittelalterlicher Vorstellungen von globaler Repräsentation. Diese Darstellung hat seitdem Debatten über Rassismus und Kolonialismus in religiöser Bildsprache ausgelöst.

Heute erinnert das Fest Epiphanias (6. Januar) an ihren Besuch. Es ist in Teilen Deutschlands, darunter Bayern und Baden-Württemberg, sowie in Österreich und der Schweiz ein gesetzlicher Feiertag.

Die Legende der Heiligen Drei Könige verbindet biblische Andeutungen mit mittelalterlicher Tradition. Ihre Reliquien im Kölner Dom ziehen bis heute Besucher an, während die Diskussionen über ihre Darstellung weitergehen. Das von ihnen geprägte Fest bleibt in Mitteleuropa weit verbreitet.