18 March 2026, 01:15

Vom Corona-Protest zur Bedeutungslosigkeit: Wie dieBasis an Einfluss verlor

Ein Plakat, das ein Bierfest in Deutschland bewirbt, mit einer Gruppe von Menschen, einige halten Biergläser, im Hintergrund ein Fass und deutscher Text unten.

Vom Corona-Protest zur Bedeutungslosigkeit: Wie dieBasis an Einfluss verlor

Während der Pandemie formierte sich in Deutschland die Kleinpartei dieBasis. Gegründet im Juli 2020, ging sie aus der Initiative Widerstand 2020 hervor und zog vor allem Wähler an, die mit den Corona-Maßnahmen unzufrieden waren. Zwar sorgte die Partei zunächst für Aufmerksamkeit, doch ihre Unterstützung ist seitdem deutlich zurückgegangen.

dieBasis baute ihr Programm auf vier zentralen Forderungen auf: individuelle Freiheit, strengere Begrenzung staatlicher Macht, Achtsamkeit und basisdemokratische Entscheidungsfindung. Die Partei forderte tiefgreifende Reformen, darunter ein Bürgerversicherungssystem, die volle staatliche Anerkennung alternativer Heilmethoden sowie den Umstieg auf rein ökologische Landwirtschaft. Zudem setzte sie sich für mehr direkte Demokratie ein und schlug vor, in Baden-Württemberg auf allen Regierungsebenen regelmäßig Volksabstimmungen abzuhalten.

In der Europapolitik strebt die Partei eine Umstrukturierung der EU an – hin zu einem lockeren Staatenbund. Ein weiteres zentrales Thema war die Medienaufsicht: Gefordert wurde eine zensurfreie Berichterstattung unter demokratischer Kontrolle. Zudem hinterfragte dieBasis die Förderung von Elektroautos und regte an, Achtsamkeit und Glück als reguläre Schulfächer einzuführen.

Auf ihrem Höhepunkt in den Jahren 2021 und 2022 erreichte die Partei in einigen Landeswahlen bis zu 1,5 Prozent der Stimmen. Ihre Anhänger kamen aus unterschiedlichen Milieus, vereint durch die Ablehnung der Pandemie-Politik und ein Misstrauen gegenüber der etablierten Politik. Doch 2023 fiel ihr Ergebnis in sämtlichen Wahlen unter die Ein-Prozent-Marke.

Seit den anfänglichen Erfolgen in der Pandemiezeit hat der Einfluss von dieBasis nachgelassen. Ihre Vorschläge – von Gesundheitsreformen bis zur EU-Neugestaltung – bleiben zwar programmatisch verankert, doch ihre elektoralen Erfolge sind geschrumpft. Über aktuelle Aktivitäten oder Mitgliederzahlen liegen keine weiteren Informationen vor.

AKTUALISIERUNG

Von Widerstand2020 zu dieBasis: Die Gründungsgeschichte

Die Ursprünge der Partei lassen sich auf April 2020 zurückverfolgen, als drei Individuals Widerstand2020 gründeten. Innerhalb weniger Monate führten interne Konflikte und unkontrollierte Online-Mitgliedschaften zu dessen Auflösung. Im Juli 2020 kamen 45 Delegierte aus zehn Bundesländern in Hessen zusammen, um dieBasis zu gründen. Schlüsselfiguren wie Ralf Ludwig und Bodo Schiffmann spielten dabei wichtige Rollen, obwohl Schiffmann sich später distanzierte. Die neue Partei wollte pandemicbedingte Missstände durch eine strukturierte, konsensbasierte Herangehensweise angehen.