Verfassungsschutz in Baden-Württemberg überwacht Freikirchen – und erntet Kritik

Admin User
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Ein detaillierter alter Stadtplan von Baden-Württemberg, Deutschland, der Straßen, Gebäude und Sehenswürdigkeiten zeigt, mit einem Gebäude in der unteren rechten Ecke und Text, der Stadtinformationen bereitstellt.Admin User

Verfassungsschutz in Baden-Württemberg überwacht Freikirchen – und erntet Kritik

Die baden-württembergische Verfassungsschutzbehörde (LfV) steht in der Kritik, weil sie freikirchliche christliche Gemeinden überwacht. Ein Nutzer auf Twitter warf der Behörde kürzlich vor, islamistische Gefahren zu vernachlässigen und stattdessen diese religiösen Gruppen ins Visier zu nehmen. Die LfV wies die Vorwürfe zurück und betonte ihre fortlaufende Arbeit gegen Extremismus in allen Formen.

Aktuell beobachtet die LfV zwei Freikirchen im Land. Eine davon ist die Evangelische Freikirche Riedlingen, die mit dem Prediger Jakob Tscharntke und dessen Netzwerk bibeltreuer Christen verbunden ist. Die andere ist die Baptistenkirche Zuverlässiges Wort Pforzheim (BKZW), eine Niederlassung einer fundamentalistischen Baptistenkirche mit Sitz in den USA.

Die Kritik entzündete sich an einem Tweet des Nutzers queru_lant, der der Behörde vorwarf, christliche Gruppen priorisiert zu überwachen, während islamistische Bedrohungen vernachlässigt würden. Die LfV wies diese Anschuldigung umgehend zurück. Ein Sprecher bestätigte, dass islamistische Netzwerke weiterhin engmaschig beobachtet werden – die Gefahrenlage durch dschihadistische Akteure werde als hoch eingestuft. Seit Jahren verfolgt die Behörde islamistische Gruppen in Baden-Württemberg. Zu ihrem Aufgabenbereich gehört die Beobachtung sowohl religiösen Extremismus’ als auch rechtsextremer und linksextremer Bestrebungen. Die Überwachung der beiden Freikirchen ist Teil eines umfassenden Vorgehens gegen alle Formen des Extremismus in der Region.

Die LfV setzt ihre Beobachtung sowohl christlich-fundamentalistischer Gruppen als auch islamistischer Netzwerke fort. Ein Sprecher unterstrich, dass der Fokus der Behörde weiterhin auf allen potenziellen Bedrohungen liege – unabhängig von der religiösen Ausrichtung. Die jüngste Kritik habe keine Auswirkungen auf die Prioritäten der Überwachungsarbeit.