20 March 2026, 08:10

"Tödlicher Himalaya": Ein Film über Schuld, Rekordwahn und den Preis des Extrembergsteigens

Schwarze und weiße Fotografie von Bergsteigern, die einen schneebedeckten Berg hinaufsteigen, mit fernen schneebedeckten Gipfeln und einem klaren Himmel, mit Text am unteren Rand.

Weltrekorde in Lebensgefahr - "Tödlicher Himalaya": Ein Film über Schuld, Rekordwahn und den Preis des Extrembergsteigens

Tödlicher Himalaya: Ein Dokumentarfilm erkundet die gefährliche Welt des Speedbergsteigens

Ein neuer Dokumentarfilm taucht ein in die riskante Welt des Geschwindigkeitsbergsteigens an Achttausendern, wo Ehrgeiz oft auf Tragödien trifft. Tödlicher Himalaya begleitet Benedikt Böhm bei seiner Rückkehr zum Shishapangma – jenem Berg, an dem sein Kletterpartner Sebastian Haag 2014 ums Leben kam. Ihr Versuch, einen Weltrekord aufzustellen, endete in einer Katastrophe und wirft bis heute Fragen über den Preis auf, den Menschen für das Überschreiten ihrer Grenzen im Extrembergsteigen zahlen.

Im September 2014 brachen Benedikt Böhm und Sebastian Haag auf, um den Shishapangma und den Cho Oyu innerhalb von sieben Tagen zu besteigen – und das ohne zusätzlichen Sauerstoff. Beide gehörten zur Elite der Bergsteiger, bekannt dafür, Himalaya-Riesen in Rekordzeit zu bezwingen und anschließend auf Skiern abzufahren. Doch am 24. September wurde Haag von einer Lawine am Shishapangma verschüttet. Der Unfall beendete nicht nur ihren Rekordversuch, sondern markierte auch einen Wendepunkt für Böhm, der die Gefahren des Speedbergsteigens bereits aus eigener Erfahrung kannte.

In den vergangenen zehn Jahren hat die Bergsteigercommunity sich zunehmend gespalten über solche Rekorde. Pioniere wie Kilian Jornet und Nimsdai Purja brachen Rekorde und inspirierten damit viele – doch es gab auch scharfe Kritik. Gegner argumentieren, dass schnelle, sauerstofffreie Besteigungen – auch "Jo-Jo-Touren" genannt – leichtsinniges Verhalten fördern, die Überfüllung auf Bergen wie dem Everest und dem K2 verschärfen und zu mehr Todesfällen beitragen.

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Nun, elf Jahre später, kehrt Böhm im Dokumentarfilm Tödlicher Himalaya unter der Regie von Peyman Ghalambor an den Shishapangma zurück. Der Film beleuchtet die persönlichen Kosten des Rekordjagens und die ethische Debatte um das Extrembergsteigen. Die Premiere findet am Montag, dem 23. März, um 23:35 Uhr auf ARD statt.

Der Film erscheint zu einer Zeit, in der die Bergsteigerwelt weiterhin mit dem Erbe der Geschwindigkeitsrekorde ringt. Böhms Rückkehr zum Shishapangma unterstreicht die Risiken und die ungelösten Fragen, die mit Höhenrekorden verbunden sind. Tödlicher Himalaya bietet einen seltenen Einblick in den menschlichen Preis, der hinter dem Streben nach Bergsteigergeschichte steht.

Quelle