28 April 2026, 12:30

Tödliche Unfälle auf Baustellen: Leichter Rückgang, doch Risiken bleiben extrem hoch

Gruppe von Männern in blauen Hemden und gelben Helmen, die an Maschinen arbeiten, wobei einer Wasser auf den Boden sprüht, in einer Fabrikumgebung mit sichtbaren Rohren, Fenstern und Lampen.

Tödliche Unfälle auf Baustellen: Leichter Rückgang, doch Risiken bleiben extrem hoch

Todesfälle am Arbeitsplatz im deutschen Baugewerbe gingen 2024 leicht zurück, doch die Risiken bleiben hoch. Im vergangenen Jahr starben 74 Menschen bei Unfällen auf Baustellen und in verwandten Dienstleistungsbereichen – vier weniger als 2023. Trotz dieser leichten Verbesserung warnen Gewerkschaften und Arbeitsschutzorganisationen, dass viele Vorfälle durch bessere Vorsorgemaßnahmen vermeidbar wären.

Nach deutschem Recht gilt jeder Tag, der nicht auf einen Sonntag oder Feiertag fällt, als Werktag. Das bedeutet, dass Baustellen häufig in Betrieb sind und die Beschäftigten dadurch vermehrt Gefahren ausgesetzt sind. Statistisch gesehen kommt alle vier Werktage ein tödlicher Unfall in der Bau- oder Reinigungsbranche vor.

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Die Gewerkschaft IG BAU und die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) betonen, dass die meisten Unfälle vermeidbar seien. Sie fordern Arbeitnehmer auf, unsichere Arbeitsbedingungen abzulehnen und auf angemessene Schutzmaßnahmen zu bestehen. Mathias Neuser, kommissarischer Vorsitzender des Vorstands der BG BAU, unterstrich, dass Arbeitssicherheit sowohl eine Führungsaufgabe als auch eine individuelle Verantwortung sei.

Neben Unfällen starben 2025 zudem 400 Menschen an Berufskrankheiten, die oft auf frühere Belastungen durch Staub oder Asbest zurückzuführen sind. Diese Zahlen zeigen, dass langfristige Gesundheitsrisiken selbst nach dem Ausscheiden aus dem Beruf fortbestehen. Sowohl die BG BAU als auch die IG BAU bestehen darauf, dass eine konsequentere Durchsetzung von Sicherheitsvorschriften und ein höheres Bewusstsein der Beschäftigten Leben retten könnten.

Der leichte Rückgang der tödlichen Unfälle bietet kaum Grund zur Entwarnung, da die Gefahren weiterhin allgegenwärtig sind. Regelmäßige Sicherheitskontrollen und wachsame Aufmerksamkeit der Arbeitnehmer sind entscheidend, um die Zahl der Todesfälle auf Baustellen zu verringern. Ohne entschlossenere Maßnahmen wird die Branche weiterhin vermeidbare Tragödien zu beklagen haben.

Quelle