Thüringen testet Präventionsworkshops gegen digitale sexualisierte Gewalt an Schulen
Ella HofmannThüringen testet Präventionsworkshops gegen digitale sexualisierte Gewalt an Schulen
Dreijähriges Pilotprojekt in Thüringen: Präventionsworkshops gegen digitale sexualisierte Gewalt an Schulen
Ein dreijähriges Pilotprojekt in Thüringen hat sich mit digitaler sexualisierter Gewalt an Schulen auseinandergesetzt – durch Präventionsworkshops. Finanziert von der Landesbeauftragten für den Kinderschutz, erreichte die Initiative rund 5.000 Schülerinnen und Schüler. Fachkräfte und Pädagog:innen betonen nun den dringenden Bedarf an ähnlichen Programmen bundesweit.
Yasmina Ramdani leitete die Workshops in ganz Thüringen, mit Fokus auf Schüler:innen der Klassenstufen 5 bis 8. Eine Methode war ein Bingospiel, um digitale Erfahrungen der Jugendlichen zu erkunden und Risiken zu identifizieren. Viele Vorfälle, darunter Grenzüberschreitungen, spielten sich demnach in Freundeskreisen oder Klassenchats ab – oft aus Naivität, nicht aus böser Absicht.
Studien belegen das Ausmaß des Problems Eine Sonderauswertung der Jugendsexualitätsstudie zeigt: Fast die Hälfte der jungen Menschen ist von sexualisierter Gewalt im Netz betroffen. 2025 berichtete nahezu jedes vierte Kind von Cybergrooming – also von Täter:innen, die digitale Zugänge auf Weise ausnutzen, die offline unmöglich wären.
Lehrkräfte fühlen sich trotz der erkannten Bedeutung häufig überfordert, das Thema anzugehen. Auch das Verhalten und das Grenzverständnis der Eltern spielen eine entscheidende Rolle in der Prävention. Doch Stand April 2026 gibt es keine öffentlichen Daten dazu, wie viele Schulen in Deutschland seit dem Ende des Thüringen-Projekts ähnliche Workshops eingeführt haben.
Wissen und Unterstützungssysteme stärken Ziel des Programms war es, Kindern Wissen und Hilfsstrukturen an die Hand zu geben. Sein Erfolg hat Debatten über eine Ausweitung solcher Initiativen angestoßen, um junge Menschen in digitalen Räumen besser zu schützen.
Das Thüringen-Projekt bewies, wie wertvoll frühe Interventionen im Kampf gegen digitale sexualisierte Gewalt sind. Zwar profitierten Tausende Schüler:innen – doch fehlende bundesweite Erhebungen werfen Fragen zur flächendeckenden Umsetzung auf. Schulen, Eltern und Politiker:innen stehen nun vor der Aufgabe, diese Ansätze auszubauen, um Kinder im Netz wirksam zu schützen.






