Sachsen verliert jede fünfte Apotheke – droht die Versorgung zu kollabieren?
Ella HofmannSachsen verliert jede fünfte Apotheke – droht die Versorgung zu kollabieren?
Apothekensterben in Sachsen: Zahl der öffentlichen Apotheken sinkt dramatisch
In Sachsen ist die Zahl der öffentlichen Apotheken in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen. Wie der Landesapothekerverband mitteilt, gibt es mittlerweile weniger als 900 – jede fünfte hat bereits geschlossen. Göran Donner, Präsident des Verbandes, warnt, dass ohne schnelles Handeln die Versorgung der Bevölkerung in der gesamten Region weiter gefährdet sei.
Zwischen 2016 und 2020 verschwanden in Sachsen 36 Apotheken. In den folgenden fünf Jahren beschleunigte sich der Trend: Bis Ende 2025 werden voraussichtlich weitere 85 Betriebe dichtmachen. Allein im vergangenen Jahr schlossen 13 Apotheken – zwar ein etwas langsamerer Rückgang als in den Vorjahren, doch von Entwarnung kann keine Rede sein.
Donner nennt wirtschaftliche Zwänge als Hauptgrund für die Schließungen. Sein Argument: Nur finanziell gut aufgestellte Apotheken könnten die erweiterten Gesundheitsleistungen erbringen, die im Entwurf des Apothekenreformgesetzes der Bundesregierung vorgesehen sind. Zudem verschärfe der Fachkräftemangel die Lage zusätzlich.
Der Verbandspräsident fordert die Bundesregierung nun auf, ihr im Koalitionsvertrag festgelegtes Versprechen zur Gebührenanpassung endlich umzusetzen. Ohne diese Korrektur, so seine Warnung, werde eine flächendeckende Gesundheitsversorgung – besonders in ländlichen Regionen – bald nicht mehr tragbar sein.
Seit 2016 hat Sachsens Apothekennetz bereits über 120 Standorte verloren. Die leicht gebremste Schließungsrate 2025 bringt kaum Entlastung, denn die wirtschaftlichen Probleme und der Personalmangel bestehen fort. Ohne politische Gegenmaßnahmen drohen weitere Schließungen – mit der Folge, dass viele Gemeinden ohne lokale Apothekenversorgung dastehen könnten.






