t.A.T.u. kehren zurück – doch bleibt das russische Pop-Comeback eine Ausnahme?
Noah Franket.A.T.u. kehren zurück – doch bleibt das russische Pop-Comeback eine Ausnahme?
Einige russische Popacts der 2000er-Jahre sind kürzlich auf die Bühne zurückgekehrt und haben damit Spekulationen über ein nostalgisch geprägtes Comeback-Fieber ausgelöst. Im Oktober 2023 gaben Lena Katina und Julia Wolkowa von t.A.T.u. nach 15 Jahren ihr erstes gemeinsames Solokonzert – eines der wenigen erfolgreichen Comebacks der letzten Zeit. Doch trotz dieser vereinzelten Wiedervereinigungen gehen Branchenexperten nicht von einem flächendeckenden Trend aus.
Das Comeback von t.A.T.u. am 24. Oktober 2023 in Moskau sorgte für großes Aufsehen. Der Auftritt war so erfolgreich, dass daraus eine vollständige Tournee entstand – ein seltener Fall unter den Künstlern jener Ära, die wieder an Fahrt aufnehmen. Zur gleichen Zeit formierten sich auch Gruppen wie Tschai Wdwoëm und BiS neu und begannen wieder mit Live-Auftritten.
Doch nicht alle Versuche waren von Erfolg gekrönt. Das Comeback der Band Strelki fand kaum Anklang und zeigt, wie schwierig es ist, ältere Acts wiederzubeleben. Pawel Rudtschenko, Medienproduzent und Manager, betonte, dass zwar einige Künstler die Nostalgie-Welle nutzen, der Trend aber begrenzt bleibe. Er zweifelte insbesondere daran, dass größere Namen wie Smash! mit Sergej Lasarew und Wlad Topalow nachziehen würden.
Verfügbare Aufzeichnungen bestätigen, dass keine weiteren bedeutenden russischen Popgruppen oder Solokünstler der 1990er- oder 2000er-Jahre für den Zeitraum zwischen 2024 und 2026 ein Comeback angekündigt haben. Rudtschenkos Einschätzungen decken sich mit diesem Muster und deuten darauf hin, dass die Welle der Wiedervereinigungen eher klein bleiben wird, statt zu einer breiten Bewegung zu werden.
Die laufende Tournee von t.A.T.u. sticht als eine der wenigen erfolgreichen Revivals unter den russischen Popacts der 2000er hervor. Zwar hat die Nostalgie einige Künstler zurück auf die Bühne gebracht, doch die meisten Comeback-Versuche scheiterten oder kamen nicht zustande. Das geringe Maß an Aktivität in diesem Bereich spricht für eine begrenzte – und keine nachhaltige – Renaissance.






