Stuttgarter Klinikapotheke setzt mit Automatisierung Maßstäbe für Medikamentensicherheit

Admin User
2 Min.
Eine Apotheken-Theke mit verschiedenen Medikamenten in Schachteln und Flaschen auf Gestellen, einem Spiegel an der Wand, Deckenlampen und einem Glastisch mit Papieren und Gegenständen darauf, der Boden ist unten sichtbar.Admin User

Stuttgarter Klinikapotheke setzt mit Automatisierung Maßstäbe für Medikamentensicherheit

Ein Gerichtsurteil ermöglicht es der Apotheke des Stuttgarter Klinikums, ihr automatisiertes Medikamentensystem auch ohne abschließende Sichtprüfung weiter zu nutzen. Die Entscheidung kippt damit eine Regelung aus dem Jahr 2020, die für jedes ausgegebene Medikament eine manuelle Überprüfung vorschrieb. Die Technologie der Apotheke hat sich als deutlich präziser erwiesen als herkömmliche Methoden.

Die Apotheke des Stuttgarter Klinikums setzte ihr automatisiertes Ausgabesystem, den KHT ApoStore Carryfix Pusher, bereits 2008 ein. Die Maschine lagert bis zu 40.000 Medikamentenpackungen und scannt zur Sicherstellung der Richtigkeit die Pharmazentralnummer (PZN) jedes einzelnen Präparats. Zudem erfasst sie die Abmessungen der Packungen, um sicherzustellen, dass die ausgegebenen Arzneimittel exakt den Verschreibungen entsprechen.

2019 führte eine neue Vorschrift ein, wonach sämtliche ausgegebene Medikamente einer abschließenden Sichtkontrolle unterzogen werden mussten. Die Apotheke legte dagegen Widerspruch ein mit der Begründung, ihr System erfülle bereits höhere Sicherheitsstandards. Die Daten wiesen eine Fehlerquote von lediglich 0,058 Prozent auf – ein Wert, der weit unter den bei manueller Entnahme üblichen 4 Prozent lag. Durch verbesserte Dokumentation sank die Rate später sogar auf 0,027 Prozent.

Der Verwaltungsgerichtshof (VGH) entschied nach einer Vor-Ort-Begehung zugunsten der Apotheke. Er bestätigte, dass Krankenhausapotheken mit ihren spezialisierten Arbeitsabläufen nicht denselben Kontrollen unterliegen müssen wie öffentliche Apotheken. Das Gericht bestätigte damit ein früheres Urteil aus dem Jahr 2022 und erlaubte den weiteren Betrieb des Systems ohne manuelle Prüfung.

Die Apotheke bearbeitet täglich bis zu 3.000 Bestellpositionen und beliefert Krankenhäuser, Reha-Kliniken und Notdienste. Seit der Einführung des automatisierten Systems gab es noch nicht eine einzige falsche Auslieferung.

Das Urteil schafft einen Präzedenzfall für Krankenhausapotheken, die fortschrittliche Automatisierungstechnik nutzen. Das Stuttgarter System wird auch künftig ohne Sichtkontrollen betrieben und seine nahezu fehlerfreie Genauigkeit beibehalten. Andere medizinische Einrichtungen könnten nun ein ähnliches Vorgehen bei der Medikamentenausgabe verfolgen.