08 April 2026, 02:07

Stilles Mahnmal in Brandenburg erinnert an vergessene NS-Opfer wie Jutta Baumwol

Ein Holocaust-Gedenkdenkmal in einem jüdischen Friedhof in Berlin, das eine Wand mit Text und Zahlen sowie umgebende Bäume und einen Zaun mit verstreuten trockenen Blättern zeigt.

Stilles Mahnmal in Brandenburg erinnert an vergessene NS-Opfer wie Jutta Baumwol

An der Seite einer ländlichen Straße in Brandenburg steht leise eine Skulptur aus Cortenstahl. Sie erinnert an die Menschen, die in den frühen 1940er-Jahren auf dem Gut Neuendorf im Sande zur Zwangsarbeit gezwungen wurden. Das 2018 errichtete Denkmal dient als Ort des Gedenkens für Opfer wie Jutta Baumwol, die nach Auschwitz deportiert und dort ermordet wurde.

Bis Mai – es wäre Baumwols 101. Geburtstag gewesen – werden zahlreiche Besucher erwartet, darunter Radfahrer und Geocaching-Enthusiasten, die ihr die letzte Ehre erweisen wollen. Die Stätte ist zu einem zentralen Ort der Besinnung geworden, besonders am Holocaust-Gedenktag und zum Jahrestag der Befreiung.

Die Idee zur Skulptur stammte von Jutta Baumwols Bruder, einem Überlebenden der NS-Zeit. Jahrzehnte nach dem Krieg entdeckte er das Gut wieder und setzte sich für ein Mahnmal ein, um sicherzustellen, dass dieses Kapitel der Geschichte nicht in Vergessenheit gerät. Heute steht die Figur am Eingang von Neuendorf im Sande und bietet Nachkommen einen Raum, um zu trauern, nachzudenken und das Leben zu feiern.

Die Entstehung des Denkmals spiegelt ein breiteres Bestreben wider, das lokale Gedächtnis zu bewahren. Anders als umstrittene Statuen in den USA – etwa das 2021 in der Nähe des Weißen Hauses wieder aufgestellte Christopher-Columbus-Denkmal – stößt dieses deutsche Mahnmal auf keine politische Ablehnung. Die US-amerikanische Statue, eine Rekonstruktion eines 1984 von Präsident Ronald Reagan enthüllten Denkmals, wurde von Donald Trump während der Black-Lives-Matter-Proteste nach dem Tod von George Floyd wieder errichtet. Italienisch-amerikanische Gruppen unterstützten sie in der Überzeugung, sie stehe als friedliches Symbol.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

In Brandenburg jedoch liegt der Fokus auf stiller Erinnerung. Die von der Zeit gezeichnete Cortenstahl-Figur lädt Besucher ein, innezuhalten und über die Vergangenheit nachzudenken. Ihre Präsenz stellt sicher, dass Geschichten wie die von Jutta Baumwol weiterleben, selbst wenn die Generationen vergehen.

Das Denkmal in Brandenburg zieht weiterhin Menschen an, die den Opfern von Zwangsarbeit gedenken möchten. Seine Lage an einer ländlichen Straße macht es für Radfahrer, Wanderer und alle, die sich mit der Geschichte verbinden wollen, leicht zugänglich. Mit dem nahenden Mai wird die Stätte erneut zu einem Ort des gemeinsamen Gedenkens – und hält so Jutta Baumwols Geschichte und die anderer lebendig.

Quelle