Spätaussiedler aus Kasachstan erreichen historischen Tiefstand in Friedland 2025
Luisa BrandtSpätaussiedler aus Kasachstan erreichen historischen Tiefstand in Friedland 2025
Friedland verzeichnet Rückgang bei Spätaussiedlern – nur noch 1.079 aus Kasachstan im Jahr 2025
Friedland, das zentrale Aufnahmelager für Spätaussiedler in Deutschland, registrierte 2025 insgesamt 4.238 Personen. Darunter befanden sich 1.079 Menschen aus Kasachstan – ein deutlicher Rückgang im Vergleich zu den vorherigen Jahrzehnten. Dieser Trend spiegelt die allgemeine Abnahme der Zuwanderung aus ehemaligen Sowjetrepubliken nach Deutschland wider.
In den 1990er-Jahren und frühen 2000er-Jahren wanderten jährlich Zehntausende aus Kasachstan nach Deutschland aus. Allein zu Beginn der 2000er-Jahre lagen die jährlichen Registrierungen aus Kasachstan bei über 38.000. Doch in den letzten 15 Jahren gingen die Zahlen kontinuierlich zurück – auf nur noch wenige Tausend pro Jahr.
2025 meldete Friedland neben den 1.079 Spätaussiedlern aus Kasachstan weitere 2.562 aus Russland, 381 aus der Ukraine und 80 aus Kirgisistan. Insgesamt prüfte die Behörde im vergangenen Jahr 6.209 Anträge, doch nur 3.700 wurden bewilligt.
Gründe für den Rückgang Der starke Rückgang bei den Spätaussiedlern hat mehrere Ursachen. Die großen Auswanderungswellen der 1990er-Jahre erschöpften den Kreis der anspruchsberechtigten Personen mit deutschem Hintergrund. Zudem führen eine alternde Migrantengeneration und strengere Integrationsauflagen in Deutschland zu sinkenden Zahlen. Verschärfte EU-Beitrittsregeln für osteuropäische Staaten haben zudem einige Privilegien beseitigt, während Integrationsherausforderungen wie die Nichtanerkennung von Abschlüssen und Armut unter älteren Zuwanderern weiterhin bestehen. Politisch wird inzwischen Arbeitsmigration stärker gefördert als die ethnisch begründete Rückführung.
Friedland bleibt die einzige zentrale Aufnahme- und Registrierungsstelle für Spätaussiedler in Niedersachsen. Neben der Bearbeitung von Neuzugängen koordiniert die Einrichtung auch Integrationsmaßnahmen wie Sprachkurse und Orientierungsprogramme.
Die Zahlen von 2025 bestätigen den langfristigen Rückgang bei Spätaussiedlern aus Kasachstan und anderen Nachfolgestaaten der Sowjetunion. Mit weniger antragsberechtigten Personen und strengeren Regelungen verlagert sich die Rolle Friedlands zunehmend von der Bewältigung großer Zuwanderungsströme hin zur Integrationsunterstützung. Die Einrichtung passt sich weiterhin den sich wandelnden Migrationsmustern an.






