Rentenstreit eskaliert: DGB fordert Umverteilung statt Sozialabbau und mehr Pflichten für Selbstständige

DGB-Chef: Sozialabbau gefährdet Grundrechte - Rentenstreit eskaliert: DGB fordert Umverteilung statt Sozialabbau und mehr Pflichten für Selbstständige
Deutschland steht vor einer hitzigen Debatte über die Finanzierung steigender Kosten in der Rente, Gesundheitsversorgung und Pflege. Michael Rudolph, Vorsitzender des DGB Hessen-Thüringen, wies die Behauptung zurück, der Sozialstaat sei nicht mehr finanzierbar. Stattdessen macht er das eigentliche Problem in der ungleichen Vermögensverteilung innerhalb der Gesellschaft aus. Rudolph fordert zudem weitreichende Reformen, um die Stabilität des Rentensystems zu sichern – darunter die Einbeziehung von selbstständigen und Beamten in die Beitragspflicht. Die aktuelle Kontroverse knüpft an frühere Versprechen der Bundesregierung vor vergangenen Wahlen an. Unter der von CDU/CSU geführten Koalition hatten Politiker zugesagt, das Rentenniveau bis 2031 bei 48 Prozent des Durchschnittseinkommens zu halten. Zudem sollten die Beitragssätze eingefroren, steuerfreie Hinzuverdienstmöglichkeiten für Rentner eingeführt und Alterssicherungsmodelle für selbstständige verpflichtend werden. Diese Maßnahmen zielten darauf ab, das System durch Wirtschaftswachstum und Generationensolidarität zu stabilisieren, ohne Gering- und Mittelverdiener übermäßig zu belasten. Nun jedoch drängen Arbeitgeberverbände und Teile der CDU – darunter Bundeskanzler Friedrich Merz – auf einen Rückbau des Sozialstaats. Rudolph lehnt diesen Kurs entschieden ab und warnt, Kürzungen würden gegen verfassungsmäßige Rechte verstoßen. Er kritisiert, die Debatte werde verzerrt geführt: Soziale Ausgaben würden als unkontrollierbare Belastung dargestellt, statt als notwendige Investition in den urlaub des Zusammenhalts der Gesellschaft. Auch die Vorstellung, junge und ältere Generationen stünden sich in der Rentenfrage feindselig gegenüber, weist Rudolph zurück. Der wahre Konflikt verlaufe vielmehr zwischen Arm und Reich. Um die Finanzierungslücken zu schließen, schlägt er die Wiedereinführung von Vermögens- und Erbschaftssteuern vor, deren Erträge in die Sozialversicherung fließen sollen. Während die Renten-Diskussion an Fahrt aufnimmt, pocht Rudolph auf strukturelle Reformen statt auf Kürzungen. Seine Vorschläge umfassen eine Ausweitung der Beitragspflicht auf selbstständige und Beamte sowie eine Umverteilung von Vermögen. Ohne solche Schritte, so seine Warnung, gerate nicht nur die Stabilität des Systems in Gefahr – sondern auch die Ansprüche derer, die auf es angewiesen sind.

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