07 April 2026, 14:16

Neuer Apotheken-Gesetzentwurf spaltet die Branche zwischen Reform und Risiken

Plakat, das zeigt, dass Big Pharma 2022 Americans zwei bis drei Mal so viel für dieselben Medikamente berechnet hat wie in anderen Ländern, mit Bildern von Medikamentenflaschen und einer Spritze.

Neuer Apotheken-Gesetzentwurf spaltet die Branche zwischen Reform und Risiken

Ein neuer Gesetzentwurf zur Apothekenregulierung hat in der Branche gemischte Reaktionen ausgelöst. Während einige die geplanten Änderungen begrüßen, warnen andere vor Risiken und unerwarteten Kosten. Die Debatte dreht sich um Filialapotheken, den Verkauf von Medikamenten und Anpassungen bei der Finanzierung.

Thomas Preis, Präsident der Bundesapothekerkammer (ABDA), unterstützte den Entwurf als Schritt in die richtige Richtung. Zudem begrüßte er Pläne, die Festzuschläge über eine begleitende Verordnung anzuheben. Markus Grunenberg vom GKV-Spitzenverband warnte jedoch, dass eine solche Erhöhung das System bis zu einer Milliarde Euro kosten könnte.

Franziska Scharpf vom Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller (BAK) kritisierte die Lockerungen für Filialapotheken als "gefährliche Fehlentwicklung". Sabine Haul vom Verband der Pharmazeutischen Industrie (VdPP) forderte hingegen, dass Apotheken mehr Verantwortung übernehmen sollten. Iris an der Heiden vom IGES-Institut betonte, dass die Versorgung der Bevölkerung mit Apotheken trotz jüngster Schließungen stabil geblieben sei.

Bei den Medikamentenregeln sprach sich Ulrich Langenberg von der Bundesärztekammer (BÄK) gegen die rezeptfreie Abgabe verschreibungspflichtiger Arzneimittel aus. Anja Zierath vom Bundesverband der Pharmazeutisch-technischen Assistenten (BVpta) lehnte eine Vertretung in Apotheken ohne zusätzliche Qualifikation ab. Thomas Porstner von der Phagro-Großhandelsgruppe forderte strengere Kontrollen für Logistikdienstleister, die Lagerung und Transport übernehmen.

Bork Bretthauer von Pro Generika lobte die zuverlässige Versorgung mit Biosimilars, forderte aber ein Verbot von Exklusivverträgen. Dr. Stefan Hartmann vom Bundesverband Deutscher Apothekenkooperationen (BVDAK) plädierte für ein neues Modell zur Erstattung von Rezepturarzneimitteln.

Der Gesetzentwurf spaltet die Branche: Die einen sehen darin eine notwendige Reform, die anderen verweisen auf finanzielle Risiken und regulatorische Lücken. Weitere Diskussionen werden zeigen, wie die Änderungen in der Praxis umgesetzt werden.

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